Der Schnee ist noch nicht ganz aus meinem Herzen verschwunden...

Nach dem langwierigen Winter und meiner Skisturzverletzung Ende Februar darf ich nun endlich wieder Motorrad fahren. Vorsichtig und nicht allzu lange Strecken. Zwei Mal war ich schon unterwegs, aber diese Touren waren nicht spektakulär genug, um darüber zu berichten. Aber bald geht es wieder in die Dolomiten. Dann, denke ich, gibt es von mir wieder Neues zu lesen.

 

Allen Lesern, "Schauern" und Motorradbegeisterten wünsche ich ein schönes, fahrerlebnisreiches 2013, verbunden mit der Hoffnung, dass der Winter nicht schon im Oktober beginnen möge. Ski fahren kann ich eindeutig schlechter als Motorrad fahren!

 

Es grüßt Euch

Bee aus Bünde

 

(Nun heiße ich nur noch "Meier" und das ist schon gewöhnungsbedürftig, aber doch praktisch kurz. Und endlich kann ein jeder auch zu mir sagen: "Mensch, Meier"!)

Am Vatertag zu Birgit´s Biker Kotten

Wenn eine Namensvetterin schon einen Biker-Kotten eröffnet, dann müssen wir da natürlich auch mal hin. An Himmelfahrt war es dann vorerst Essig, oder eher Wasser, denn es regnete genau dann, als wir mit voller Kluft in der Haustür standen und losfahren wollten. Also umdrehen, ausziehen, Buch lesen, sabbeln, chillen, auf Sonne warten. Die kam dann auch noch und um 14:15 Uhr wagten wir einen neuen Start. Zuerst Richtung Tankstelle, dann Bruchmühlen, Melle, Bad Iburg, Hagen am TW. Dort liegt Birgit´s Biker Kotten. Sehr idyllisch, das muss ich ja sagen. Landschaftlich Eins A. Dort war natürlich ordentlich was los - viele Männer - viele Cruiser bzw. Shopperfahrer, einige Pseudo- und einige echte Harleys. Aber auch viele andere Motorräder standen auf dem vorderen und dem hinteren Parkplatz. Wer nicht auf Schotter parken möchte, darf nämlich durchfahren und dann gibt es noch einen gepflasterten, glatten Platz. Für Kinder gibt es auch was: einen Spielplatz. Verpflegung kann man sich draußen besorgen: Bratwurst, Pommes und Co. Und drinnen: Kaffee, Kuchen und auch Kaltgetränke. Was ich toll fand: es gibt Erdinger Hefeweizen in kleinen Flaschen. Den Blick auf die blühenden Kirsch- und Apfelbäume und das noch sehr schöne Wetter habe ich sehr genossen. Die Tour war nur 120 km lang, aber meiner Schulter genügte das schon. Da Karsten ein neues "Mapping" hat und einen anderen Luftfilter musste ich mich echt ranhalten, um hinterher zu kommen. Das kann in Südtirol ja noch heiter werden....

Ein Wochenende in Hessen bei Fritze in Schauenburg

Im Grunde wollten wir das letzte Juni-Wochenende mit dem Motorrad zu Fritze nach Schauenburg-Breitenbach, aber das Wetter spielte mal wieder nicht mit. Von Regen und Kälte hatten wir aber genug und warteten ab. Am vergangenen Freitag, 05.07.13 ging´s dann endlich mal wieder los. Ohne Winterhandschuh und am zweiten und dritten Tag sogar mit Sommerhose und Sommerhandschuhe! Wer hätte das gedacht.

Am Freitag kamen wir erst um 16:30 Uhr los und mussten auch noch tanken. Das könnte spät werden, aber um 19:30 Uhr standen wir nach 170 km Fahrt schon der Garage gegenüber "Fritze´s Goldener Stern" und hatten eine frostfreie, schöne Fahrt hinter uns gebracht. Zuerst durch´s Kalletal und dann über Lügde und all die kleinen Panoramadörfchen nach Zierenberg und weiter durch den Habichtswald. Bei Fritze war schwer was los! Die große Garage war voll mit Motorrädern und auch in unsere kleinere mussten noch zwei Bikes mit hinein. Elf Friesen waren gekommen und noch so manch anderer mit dem Zweirad. Die Stimmung war super und das Essen am Abend, wie gewohnt, vorzüglich.

Am nächsten Morgen gab´s nach dem Frühstück eine Dornröschen-Frau-Holle-Tour auf unser Navi (was nicht ganz so vorzüglich geklappt hat), aber wir haben dann das Beste draus gemacht und sind dann 260 km ungefähr nach Route plus Karte gefahren - und zwar Richung Osten. Grobe Richtung: Melsungen - Hess. Lichtenau - Bad Sooden Allendorf - Witzenhausen - Hann. Münden - Hemeln (Pause) - Weserüberquerung - durch den Friedwald - Reinhardwald - an der Sababurg vorbei - zum Herkuless (Pause) und zurück nach Schauenburg-Breitenbach.

Am Abend konnten wir dann draußen essen. In der Sonne. Und bis 22:00 Uhr sitzen bleiben. Zum ersten Mal in diesem Jahr haben wir das richtig genossen.

Am Sonntag Morgen dann brachen fast alle auf. Die Friesen und noch ein paar andere Biker und wir. Zurück fuhren wir eine andere Route und kamen über Detmold-Lage nach Hause. Dieses Mal waren es nicht einmal 150 km und inkl. Pausen brauchten wir nur 2 1/2 Stunden. Guter Schnitt. Im nächsten Jahr schauen wir wieder dort ´rein - vorausgesetzt das Wetter passt und es ist was frei.

Dreckig zum Spaß - Dirt4Fun

Am Wochenende 10./11. August wollten wir mal was ganz anderes machen - nämlich uns aus Spaß wie Schweine in den Dreck begeben. Das ist nicht mal übertrieben, denn direkt neben uns in Dülmen auf unserer "Trainingsstrecke" waren gleich drei Schweine beheimatet, die unserer Gruppe dann etwas gelangweilt zuschauten.

Was wir dort trieben?

Den Versuch, erste Enduro-Kenntnisse, theoretisch UND praktisch, wohlgemerkt, zu erlangen.

Dank dem Guido, unserem Trainer und Geschäftsführer seiner kleinen Firma "Dirt4Fun" hat das auch gut geklappt. Wir sind nach zwei Tagen um einiges an Erfahrungen, Spaß, Dreckklümpchen in den Ritzen der gesamten Kleidung, Staubgefühl im Mund trotz ständigem Wasserkonsum und auch das Kennenlernen sehr netter Leute reicher, wieder heile nach Hause gelangt und müssen zugeben: Es ist schwer und doch gar nicht so schwer. Was für uns schwer war, erkläre ich gleich anhand der Fotos - und was nicht? Das Händeln der Maschinen. Mit Gas und der Hüfte geht fast alles. Und Bremsen und Blockieren ist nicht tragisch. Staubt nur ordentlich. Natürlich können wir nur von diesem Übungsterrain sprechen. Auf richtig schwierigen Strecken mag das ganz anders sein. Aber das kommt vielleicht noch - ein Anfang ist gemacht. Und der war dreckig und spaßig, dirt4fun eben!

17. Motorrad-Reise-Treffen in Gieboldehausen

Und zum ersten Mal waren wir dabei!

Ausgerechnet ein Bekannter aus dem Alpenverein (in dem man im Grunde nicht Motorrad fährt) gab uns den Tipp und die Internet-Adresse. Seine kurze Schilderung: Es ist toll da, die Band ist immer klasse, man sitzt am Lagerfeuer und schläft im Zelt, die Preise sind total human und die Berichte über tolle Reisen laufen den ganzen Tag über....

 

Kurz vor dem Start überlegten wir noch, zusammen zu fahren, aber leider hatte ich zu spät Feierabend, daher mussten wir nachkommen. Zelten wollten wir auch nicht unbedingt, ist uns doch die nächtliche Ruhe sehr lieb und eine Dusche und Wasser und Seife sind auch nicht zu verachten... also buchten wir ein schnuckeliges Gasthaus in Ebergötzen, das waren 9,7 km vom MRT-Treffpunkt Niedersachsenhof entfernt.

Unser Bekannter kam dort leider nie an, in Giebholdehausen. Wir suchten ihn zwar wirklich sehr hartnäckig unter den ca. 550 Leuten, aber er war definitiv nicht da! Am Sonntag hörten wir dann: Kapitaler Motorschaden, ca. 10 km vor Ebergötzen. Absteigen, Abschgeschleppt werden, zu Hause langweilen. Da hatten wir es doch besser:

 

Wir kamen am Freitag Abend gegen 19:00 Uhr im Gasthaus Jütte an und luden nur das Gepäck ab. Dann ging´s auf einem Motorrad zurück zum Niedersachsenhof. Je, war da schon was los! Hunderte Reiseenduros pflasterten die Wege und standen uns beim Einflug Spalier. Umbauten, die meine kühnsten Träume (und auch Albträume) überstiegen und bei manchen Maschinen war vor lauter Aufklebern kein Tank mehr zu sehen. Ob die, die mit Tierfellen auf der Sitzbank fuhren, nun eine defekte Bank oder Hämorrhoiden haben, ist mir bis dato nicht vermittelt worden. Aber egal: Alukoffer blinkten am Samstag dann in der doch noch sehr gut gelaunten Sonne und die  Kuppelzelte standen dicht an dicht.

 

Am Freitag Abend konnten wir uns dann erstmal stärken. Es gab sogar noch Nachtisch: Käsekuchen mit Zwetschgen! Hmmmm - echt sehr lecker. Dann kein alkoholfreies Bier zu kriegen - wohl wegen der Zeltmöglichkeit. Es gab dann aber einige Nachfragen (keine Beschwerden), nur Fragen nach dem beliebten alkoholfreien Weizenbier. Und siehe da: Am Samstag gab´s es dann auch! Super organisiert. Wir lernten ein paar Leute aus Hildesheim und Kassel kennen, mit denen wir uns gleich gut verstanden und quatschten ein bisschen, denn wir waren ja neugierig, was uns erwarten würde.

 

Am Samstag dann, nachdem wir gut ausgeschlafen und mit einem leckeren Frühstück im Bauch (das es übrigens auf dem MRT auch gibt), um ca. 10:30 Uhr dort ankommen, stehen schon die ersten Wartenden vor dem großen Saaleingang. Es sind noch viel mehr Motorräder geworden und wir dürfen unsere Helme und eine Jacke in das Zelt unserer neuen Bekannten legen. Wir ziehen uns leichte Sommersachen an, denn es sind 30 Grad angesagt! Um ca. 11:15 Uhr dürfen wir eintreten, in den großen Saal des Hotels Niedersachsenhof. Stühle, Bänke und Tische mit Lesematerial und Werbung sind genügend vorhanden.

 

Der erste Vortrag: Sophie und Eric Leisner mit "Toskana". Nicht sehr aufregend, aber sie zeigen eine wirklich tolle Genießergegend, die auch jeder, der nur zwei Wochen Urlaub bekommt, besuchen kann.

Danach ein Podcast: Portugal. Zu zweit auf einem Bike mit einigen Hörerlebnissen und Treffen von Künstlern in der ärmsten Gegend Portugals: Alentejo. Gefiel uns persönlich nicht ganz so gut - ist Geschmackssache.

Danach Ted Simon, mittlerweile 75 Jahre alt - Weltenbummler - stellt sein Buch vor, in dem es um seine gegründete Foundation geht, die WIRKLICHE Informationen aus der ganzen Welt vermitteln soll und nicht die, die für uns in den Medien und politschen Podien verbreitet werden.

 

Dann Mittagspause. Danach kommt eine Präsentation von Coach Ramey Stroud, dem Rallye- Renn und Crossfahrer, der vor 10 Jahren durch einen Sprung in ein Stromkabel von der Brust ab gelähmt war. Er beschreibt seine letzten zehn Jahre, seine Gedanken, seine Visionen, Ziele und die Erreichung dieser Ziele. Mittlerweile arbeitet er als Coach, derzeit gerade in England, wo er Fahrer ausbildet und trainiert (Silverstone u. a.). Sein Buch "Ten years to walk" kommt am 7. Oktober heraus.

 

Nach Ramey wieder eine Buchvorstellung von Rolf Henniges. Uns ist langweilig und noch ein Buch wollen wir nicht - also gehen wir ein bisschen die Beine vertreten. Gerade das sollte ein Fehler sein! Als wir wieder in den Saal kommen: Eine lange Schlange vor dem Büchertisch. Die hört überhaupt nicht auf. Und die Leute brüllen: "Bring mir eins mit - und mir auch - gleich zwei". Die Buchvorstellung muss total super gewesen sein. Zumindest wird uns so begeistert davon berichtet, dass wir auch ein Buch kaufen. Es heißt übrigens: "Endstation Abfahrt: Ein afrikanisches Abenteuer". - Ob´s gut ist, wissen wir noch nicht, aber bald....

 

Danach als letzten Beitrag das Highlight: Vom Nitschke-Verlag (Tourenfahrer-Zeitschrift bzw. Motorrad-Abenteuer) der Reise-Journalist Andreas Hülsmann mit dem Reisebeitrag "Von Gibraltar nach Magadan - die Überquerung der größten Landmasse der Erde". Wirklich absolut super! Ich selbst würde diese Reisen nicht um´s Verrecken machen wollen, aber zum Anschauen absolut unterhaltend. Dann die teils schwarzhumorigen Anmerkungen und Wortspiele. Ein absolut gelungener Abschluss dieser Vortragsreihe.

 

Draußen hat die Band aufgebaut und ein Bier später ist schon Soundcheck. Wir unterhalten uns noch ein wenig mit anderen Besuchern und um 20:15 Uhr geht die Party dann richtig los. Die Band "All in one" zeigt wirklich, was Power und Party ist. Derbe und lustige Ansagen, toller Gesang von gleich vier Mitgliedern und nicht - wie schon so häufig - das ewige "Born to be wild" oder "Smoke on the water"-Zeug, sondern mal Sachen, die man kennt, aber nicht so oft hört. Billy Idol zum Beispiel oder Sting - wir fanden´s klasse und fuhren gen 23:15 Uhr ins Gasthaus, wo auch eine ordentliche Party im Gange war. "Hölle, Hölle, Hölle" - da war mir "All in one" schon lieber.

 

Nächstes Jahr, da fahren wir wieder hin, zum 18. MRT. Übrigens immer am ersten Wochenende im September. Vielleicht habt Ihr auch mal Lust? Auch als Nicht-Eduristen und Schlamm-Schmeißer? Als Leute, die nicht eine Auszeit von 1 1/2 Jahren beanspruchen, um nach China und zurück zu fahren? Für Euch ist bestimmt auch was dabei - und wenn es nur die tolle Unterhaltung ist.

Der Herbst ist da und ich teste Unterwäsche

Nun ist Herbstzeit - viel zu schnell wird es wieder kalt, Laub liegt am Straßenrand und die Sonne steht tief - aber natürlich fahre ich noch. Wenn am Sonntag Zeit ist, denn: wir renovieren zuhause und daher muss ich mir die Motorradzeit "stehlen".

Kleinere Touren stehen an, mit höchstens 150 km, aber egal. Einen Reisebericht und Fotos muss ich dafür nicht verfassen, aber ich habe mir überlegt, etwas für mich Sinnvolles mit dem Fahren in der schattigen Zeit zu verbinden: ich teste Funktionsunterwäsche.

Warum? Weil ich im letzten Jahr in Schottland im Oktober und in diesem Jahr in den Dolomiten im Mai jämmerlich gefroren habe. Nicht an den Händen und Füßen: da hatte ich elektronisch beheizte Sohlen und Handschuhe von Gerbring an und das war auch gut so. Aber der Rücken, der Nacken, die Beine! Liebe Zeit, habe ich manchmal gebibbert!

Nun weiß ich natürlich, dass die meisten Männer sagen: Frauen! Die frieren ja immer. Das ist natürlich richtig. Trotzdem. Ich hatte meinen Mann dabei und auch dem war nicht immer angenehm warm.

 

Nun habe ich getestet und wer neugierig ist, kann weiterlesen:

 

Craft Warm Wool underwear gibt´s da. Was die Wäsche auszeichnet: Sie ist nicht allzu dick, trägt also nicht auf. Das ist vorteilhaft, denn meine Motorradhose ist mit Innenhose doch arg eng geworden. Und je enger etwas sitzt, desto eher wird´s kalt. Die Ärmel sind schön lang vom Crewneck Shirt und darüber gibt es ein Craft Fleece shirt mit hohem Stehkragen und Reißverschluss, das dann insgesamt ein gutes Zwiebelsystem ist. Ich als Frau würde sagen: diese Funktionsunterwäsche kann man bis ca. 8 Grad anziehen, ohne dass die Zähne aufeinanderschlagen. Momentan bei Hein Gericke übrigens im SALE für fast die Hälfte des normalen Preises.

 

Total fasziniert bin ich von der X-Bionic Energy Accumulator Funktionswäsche, und zwar von der neuesten V.2. Eine Holländerin hatte sich die gekauft und trug sie in den Dolomiten. Sie schwitzte ständig und ich fragte sie, ob es die ungewohnten Kehren seien. Sicher auch, aber die Unterwäsche wäre auch sowas von warm! Ich schaute auf´s Etikett und fing an zu recherchieren.

 

Okay, sie kostet ein kleines Vermögen, aber: So warm war mir wirklich noch nie beim Motorradfahren! Zwischen den Schulterblättern eine verstärkte Schicht, kleine Metallfäden zur Isolierung, guter Sitz und hoher Kragenausschnitt. An den Stellen, an der Frau friert, ist eine dickere Isolierschicht. Die Hose ist zwar auch im Ganzen etwas dicker als die von Craft, aber das lohnt sich auch. Die Oberschenkel bleiben warm und auch die Knie tun nach der Fahrt nicht weh.

 

Dann kann´s ja wieder losgehen - nach Schottland. Nach der Renovierung!