Sportwoche in Altenberg (Sachsen) mit Motorradmitnahme

Vom 26.07. bis zum 01.08.15 hatten wir eine Aktivwoche in Altenberg gebucht. Zusammen mit 27 anderen Teilnehmern waren wir eine echt große, vitale Gruppe. Eigentlich waren es oft zwei Gruppen, altersmäßig aufgeteilt, damit die Martina, unsere Trainerin, nicht den Überblick verlor. Neben Aqua-Jogging, Nordic-Walking, Muskelaufbautraining und Frühsport (7:00 Uhr im Urlaub...brrr) hatten wir an manchen Tagen noch Zeit, Motorrad zu fahren.

Die Idee, einen Anhänger mitzunehmen, hatte ich zwei Tage bevor es losging. Darum hat sich dann der Karsten gekümmert und am Sonntag starteten wir mit 8 Rädern ins Osterzgebirge ins Bergdorf Altenberg und da ins "Raupennest", eine Reha- und Kurklinik.


Insgesamt hatten wir ein straffes Programm und einen Wetterumbruch mit Sturm, Regen und Unwetterwarnungen in den ersten drei Tagen. Trotzdem haben wir es auf fast 450 Fahrkilometer gebracht. Hier ein paar Eindrücke von "drüben":

Dann besuchten wir Seiffen und dachten "Na, ist denn heit scho Weihnachtn?"

Wir fuhren nach dem Abendessen los, es war schon 18:30 Uhr durch. Naja, es wird ja momentan nicht so früh dunkel. Es ging auch ganz gut, außer, dass es 14 Grad warm/kalt war und der Wind recht böig kam. Anfangs konnte man nicht von "Straßen" sprechen, eher von "Flickwerk". Dann kreuzte auch noch ein Reh die Straße, sehr nah am Karsten dran, der schon einen Schlenker machen musste. Da war ich wieder wach! Dämmerung, Wald, viel Wald - bedeutet auch oft Wildwechsel. Ich reduzierte die Geschwindigkeit doch enorm und meinte, ich könnte es hinbekommen, zu bremsen, bevor das Reh mittig auf der Straße stehen würde. Diesen Gedanken gab ich dann aber nach ca. 15 Minuten wieder auf. 1. Weil ich nicht mit Karsten mitkam, der war schon über alle Altenberge und 2. weil ich mir den Reaktions- und Bremsweg bei meiner Geschwindigkeit ausrechnete und immer verlor.

Wir erreichten Seiffen und die Geschäfte waren natürlich geschlossen. Die berühmte Seiffener Kirche auch. Aber egal: der Eindruck war schon großartig! Hier sollte man mal im Winter zum Weihnachtsmarkt fahren. Das ist bestimmt ein Erlebnis. Der größte Schwibbogen war so groß wie ein wirklich großes mittiges Schaufenster und wird wohl nie in einem Wohnzimmer Platz finden. Den sahen wir auch nur im Vorbeifahren. Den teuersten für´s Wohnzimmer haben wir an dem Abend auch gefunden: 1.399 Euro! Es weihnachtet sehr.

Wir möchten das Elbsandsteingebirge sehen!

An diesem Tag war das Sport- und Fitnessprogramm um 14:00 Uhr beendet. Wir wollten mal das Elbsandsteingebirge sehen und fuhren Richtung Dresden nach Bad Schandau. Beim Start war es 15 Grad warm und dann stieg das Thermometer während der Fahrt immer höher. In Bad Schandau hatten wir schon über 20 Grad und das Wasser lief mir den Rücken herunter. Trotzdem war es eine schöne Fahrt. Die Straßen waren wie unten auf den Bildern, aber auch mal klein und fast einspurig. Hier gibt es alles vom Verkehr her. Auch Pferde auf der Fahrbahn.


Als es zu regnen beginnt, halten wir in Sebnitz, wandern zu einem Café und gönnen uns einen Milchkaffee mit Apfelkuchenstück. Der Regen dauert nicht lange an. Auf dem Weg zu den Moppeds sehe ich an einer großen Kneipe zwei gehisste Fahnen, auf denen steht: Sebnitzer Schmuggler-Bier. Nur hier. Hell und Dunkel. Darauf so ein Männlein, geduckt, mit Bündel auf dem Rücken - ein Schmuggler soll´s wohl sein. Da gehe ich hinein und staune nicht schlecht: so eine tolle Kneipe habe ich selten gesehen. Ich kaufe ein Helles und ein Dunkles, leider nur à 500 ml, denn 1-L-Flaschen sind für den Tankrucksack zu groß. Dann geht es weiter Richtung "Raupennest" in unser Kämmerlein.

Wir wollen zum Kahleberg

Den Kahleberg und den Geisenberg kann man hier von Altenberg aus gut erklimmen. Wir entscheiden uns für ersteren, weil es ein toller Wanderweg sein soll. Wir finden im Nachhinein das Gegenteil davon stimmt. Der Wanderweg zieht sich wirklich kilometerweit geradeaus, auf Asphalt (schlecht) oder Schotter (Splitt). Das ist soooo langweilig! Wahrscheinlich musste man damals in der DDR sehen, wenn jemand irgendwo hinten die Straße querte. Da wurde der Feind oder Flüchtende sofort ausfindig gemacht. Die tschechische Grenze ist ja nicht allzu weit. Auf dem Berg selbst war es dann ganz gemütlich und auch steinig. Wir entschieden uns dann, einen Querfeldeinweg herunter zu tapsen und waren dann wieder schnell in der Kurklinik. Motorradfahren wäre an diesem Tag besser gewesen. Zumal endlich mal die Sonne schien!

Fahrsicherheitstraining zum Saisonstart

Samstag, am 09.05.15 bei viel Wind, dafür aber so gut wie keinen Regen, absolvierten mein Männe und ich seit vier Jahren mal wieder ein Fahrsicherheitstraining in Paderborn-Mönkeloh beim ADAC.

Gut, war´s, denn mein oberstes Ziel war: auf meinem neuen Bike sicher fahren lernen, bremsen üben und - wie fährt es sich eigentlich so bei Schrittgeschwindigkeit oder im Parcours?

Normalerweise spielt man ja nicht mit dem Motorrad herum, versucht nicht, in der Kurve in Schräglage zu bremsen und zu schauen, wie es sich aufrichtet. Man fährt normaleweise auch keine Ausweichmannöver über Gullideckel, weil sonst die Autofahrer irritiert hupen.... Hier kann man das machen und es wird überdies einiges anl Theorie mitgegeben, z. B. wann man am besten wie bremst und wo das Ausweichen nichts mehr bringt, sondern nur noch eine Vollbremsung etwas nutzt.

Sicherlich kennt Ihr diese Thematiken, aber ich fand es sehr wichtig, dort wieder einmal teilzunehmen, denn irgendwas Neues bleibt immer im Kopf hängen. Außerdem vermittelt es Sicherheit auf dem eigenen Motorrad und öffnet die Tür z. B. zu einem Rennstreckentraining oder anderen, weiter führenden Trainings. Wir fanden es beide gut und werden im nächsten Jahr auf jeden Fall mit dem Toni das Wochenend-Training buchen. Da gibt es dann Sicherheitsmodule, Kurven und das Fahren im ganz normalen Wahnsinn.

Eine neue Saison kommt immer schneller als man denkt...

Mit einem Mal lacht die Sonne und man sieht sie wieder: die Biker! Mit und ohne Handschuhe, mit und ohne Visier, mit und ohne Stiefel, wie in jedem Jahr. Und gerade am Anfang der Saison dreht man gern mal auf.

 

Ich schaue mir das an, bin gerade frisch operiert und fühle so in mich hinein, ob mich das Ganze emotional bewegt.

Ja, schon, ich würde gern wieder fahren. Dazu brauche ich erst mal ein Motorrad und den nötigen Biss, wieder anzufangen und mich zu trauen. Außerdem ist da die Gewissheit, dass meine Schmerzen nicht verschwunden sind und ich irgendwie nochmal mit der Nachforschung der Ursache beginnen muss. Das heißt: Zähne zusammenbeißen und den Mut nicht verlieren. Sagt sich manchmal leicht. Tut sich manchmal schwer.

 

ABER: Wir haben schon im September letzten Jahres eine Motorradfreizeit gebucht für dieses Jahr: Sardinien.

Mit meiner Street Triple, die mir nicht mehr gehört, mit Karsten und seiner Tiger und einer tollen Truppe. Da könnten wir uns freuen. Tun wir auch, denn es gibt Alternativen und die haben wir genutzt: Wir haben den Lukas angemeldet, denn dem gehört ja nun die Streety und vereinbart, dass ich dieses schöne Mopped dann vielleicht mal fahren kann und wenn das nicht klappen sollte, darf ich natürlich als Sozia beim Karsten mitfahren. Für´s Erste ist das schon mal eine Vorfreude wert.

Ich werde natürlich berichten und hoffe, wir werden viel von Sardiniens schöner Natur und den tollen Straßen zu sehen bekommen. Der Reisezeitpunt ist der 21. bis 31. Mai. Falls sich vorher motorradmäßig bei mir etwas tut, werdet Ihr es hier lesen.

Ich habe ein tolles Bike im Visier, aber welches, verrate ich noch nicht. Nur vielleicht vorab: es hat (natürlich) drei Zylinder!

Falls Ihr mich einmal ausfindig macht - Triple inside und BM für Birgit Meier - 6 für das sechste Motorrad, das ich mein Eigen nennen darf, seitdem ich den Führerschein bestand:

1. Honda CX 500 C,

2. Yamaha 500 TTE,

3. Yamaha 600 Diversion,

4. Yamaha FZ6,

5. Triumph Street Triple und nun Nr. 6: Triumph Tiger 800.


Lange habe ich überlegt und dann letztendlich den Rat einiger guter Freunde befolgt, mir etwas Hochbeiniges zu kaufen, da mein leider immer noch andauerndes Leiden durch eine sportliche Sitzposition nicht einfacher wird.


Ich habe zum großen Tiger also einen kleinen Tiger in die Garage gestellt. Und mir ein Ohr abgefreut! Aus Bremen haben wir sie geholt und gestern zugelassen - nach 1 3/4 Stunde Picknick auf dem Strapazenverkehrsamt.

Schwerpunkt und Gewicht ist noch etwas befremdlich und ich bin doch etwas aufgeregt vor der ersten Fahrt. Gut, dass das gesamte Kofferset erst einmal auf dem Dachboden gelandet ist! Das hätte ich nicht gepackt, damit herum zu fahren.


Also, die Saison kann beginnen!


Wir sind bald wieder "on the road",

me and my

T  I  G  E  R 

Kurze Zwischen-Info:

Was glaubt Ihr, passierte genau einen Tag nach diesem Foto? Die Heidrun Jordan-Maier von 123Motorradreisen  schrieb mir eine Mail, dass ein Motorradfahrer nach Sardinien abgesprungen sei und nun ein Platz für mein Motorrad frei wäre. Ich bat um das Wochenende Geduld, weil ich eine Probefahrt machen wollte.

Diese machte ich am letzten  Sonntag und hatte richtig viel Spaß mit dem Bike! Am Montag dann habe ich zugesagt. Nun kommt der Tiger mit nach Italien zu den Sarden und brüllt mal um die Ecke mit dem großen Bruder und der etwas kleineren Schwester. Cool, ich freu mich jetzt richtig drauf.