Namibia - war jeden Schweißtropfen wert!


Kurz mal in Afrika
Kurz mal in Afrika

"Wie kommen die Zwei jetzt auf sowas?" - Diese Frage kam im Vorfeld häufiger. Das ist eine lange Geschichte und soll hier nicht so ausführlich erzählt werden.

Beide, mein Mann Karsten und ich, wurden in 2013 mit einer Null hinter einer Fünf ausgestattet. Geburtstagsmäßig. Aus diesem Grund wollten wir uns was Besonderes gönnen, was Verrücktes machen, was Schönes sehen, vielleicht den Kontinent verlassen. Nachdem wir uns schon reichlich über Kanada mit dem Wohnmobil informiert hatten, bekam ich eine Einladung nach Brockhöfe von Ralf und seinem Gravel-Travel-Team. Das war im September 2012. Wir fuhren hin und hatten Kontakt mit vielen Stammkunden und entschlossen uns Ende Oktober 2012, Silvester 2013/2014 in Namibias Wüste zu feiern. So!

 

Mit unserer Anmeldung war die kleinste Hürde genommen: da galt es, über eine ganz andere Art von Klima und diesbezüglich auch Motorradbekleidung nachzudenken, über Enduro-Kurse, über Impfungen, über Sonnenschutzfaktoren und Flugzeugenge für über 10 Stunden. Wir hatten genügend Zeit für die Vorbereitungen und haben auch alles in der Zeit geschafft und ich hatte zusätzlich noch eine für mich größte Hürde genommen: meine Claustrophobie durch eine Traumabehandlung in den Griff zu bekommen, aus der ich psychisch stabil hervorging. Sprich: Ich hatte den Mut, in ein Flugzeug zu steigen und dort drin nicht in Panik zu geraten. Vor eineinhalb Jahren unmöglich!

 

Ich bin zum Zumba gegangen - was für mich Neues im Sport - und zusammen mit meiner Tochter und einigen anderen Frauen habe ich Schwitzen geübt, bis der Boden feucht und der Spiegel beschlagen war! Außerdem Krafttraining, Pilates, Gymnastik, Yogaübungen. Warum? Ich wollte fit sein für das Klima, die Ansprüche und den Kraftaufwand in Namibia.

 

Liest sich jetzt so, als ob es fast eine Strafe oder eine Zumutung sei, dorthin zu fahren. Nein, absolut nicht. Aber ein schlecht vorbereiteter Skifahrer mit mangelhafter Ausrüstung wird eventuell nach zwei Tagen aufgeben und das wollte ich nun wirklich nicht. Und trotzdem wäre es fast so passiert. Das mit dem Aufgeben, meine ich. Wären nicht Marlies und Andi gewesen.....

 

Lasst Euch nun von den Bildern Namibias verzaubern und erlebt die Tour rund um Windhoek mit mir und meinen Gedanken und Gefühlen, so wie ich sie erlebt habe.

 

Ich wünsche Euch viel Spaß dabei!

 

 

Die komplette Silvester-Special Tour
Die komplette Silvester-Special Tour

28. Dezember 2013 Windhoek Mountain Lodge

Am frühen Morgen des 28. Dezember kamen wir in Windhoek auf dem Flughafen Hosea Kutako an und wurden, nachdem wir ein Menge Namibia-Dollars mit Gummiband versehen in unsere Taschen stecken konnten, von Ralf und Andi von Gravel Travel abgeholt. Zum Flug: Wir hatten Horrorgeschichten gehört. Über die Flugzeuge, die Ausstattung, die unfreundilche Crew, das manchmal zwei Stunden dauernde Filzen in den Flughäfen usw. Nichts von dem ist uns widerfahren! Die Flugzeuge Typ Airbus 232 waren relativ neu und sie waren vollgetankt, d. h. keine Zwischenlandung mit zweistündiger Wartezeit war nötig.

 

Die Crew war äußerst freundlich und das Einzige, was mich/uns gestört hat, war die Klimaanlage über unseren Köpfen, die es fast schaffte, uns Passagiere tief zu frieren. Auch hier hatten wir mit dicken Kapuzen-fleecejacken und Schals Vorsorge getroffen, aber ohne dem wären wir dick erkältet zu unserer Tour gestartet.

 

Ralf und Andi stellten sich gleich vor. Andi würde für die nächsten zwei Wochen unser Guide sein und Ralf übernahm die zweite Gruppe, die einen Tag nach uns starten sollte. Wir verteilten uns in die Jeeps und erst da fiel mir auf, dass mich ausschließlich Männer umgaben. Aber wir waren ja noch nicht komplett. Bereits einen Tag vorher waren Leute angereist, also: Ruhe bewahren! In Windhoek auf der Lodge von Ralf angekommen, gab es eine sehr nette Begrüßung vom ganzen Team und ein Frühstück. Wunderbar!

 

Windhoek liegt ungefähr auf 2000 m Höhe und daher kam es mir nicht allzu heiß dort vor. Es hatte geregnet in den vierzehn Tagen vor unserer Ankunft und daher war alles Grün und saftig anzuschau´n. Heute, am Samstag waren ungefähr 26 - 28 Grad dort, gefühlt war es kühler.

 

Der Regen hat aber auch seine Tücken, wie Ralf uns um 14:00 Uhr beim Briefing mitteilte. Unterspülungen der Straßen sind möglich, dann stehendes Restwasser unter den Wasserkuppen oder sogar ganze Abbrüche von Teilen der Straße. Mir reichte es bis hierher schon - allein die Bilder dieser fürchterlich maladen Straßen, die er uns auf dem Flatscreen zeigte, taten meinen Augen weh.

 

Dann kam er zu den Tieren: plötzlich aus dem Gebüsch kommend nicht gerade Hindernisse, die man schnell umfahren kann. Wenn bereits Tiere auf der Straße stehen, kommt es drauf an, was es für Tiere sind. Bei Elefanten: mindestens 500 m Absteand halten. Bei Giraffen ähnlich, aber wenn man sich langsam nähert, verschwinden sie meistens. Rinder und Ziegen oder Schafe muss man halt abwarten.

 

Mir war nach diesem Einführungsgespräch schon mächtig übel, muss ich gestehen. Die Gravel-Roads auf den Bildern sehen immer so wohlgefällig gerade aus, hier ein Steinchen, da ein Sandhügelchen. Aber sonst: ganz pflegeleicht zu schaffen (da war ich sowas von im Irrtum!)
 
Beim Frühstück hatte ich dann schon gemerkt: Es waren noch drei Frauen außer mir da. Aber alle drei fuhren nicht auf Motorrädern mit. Die eine Dame war mit ihrem Mann noch für einen kleinen Verlängerungsurlaub dort, die anderen beiden, Marlies und Lilly, begleiteten ihre Ehemänner auf unserer Tour im Jeep mit Andi, unserem Guide. Das hieß also: elf Männer und ich sollten am nächsten Tag zusammen auf Tour gehen! Gut, dass mein Karsten dabei war, sonst hätte ich sofort gekniffen.

 

Dann kam die Einweisung in die GPS-Geräte und die erste Einführungstour für den Nachmittag: 96 km, die alles zu bieten haben, was es hier so zu fahren gibt: Schotter, Geröll, Kuppen, Steine, Sand. Bei letzterem scheiterte ich kläglich. Ich begann den Fehler, mich hinzuseten aufgrund der Wackelei, dann kam ich immer mehr auf die rechte Seite ohne es zu wollen, bis ich schließlich den nächsten Fehler machte und Gas wegnahm, so dass ich stumpf nach vorne in eine Anhäufung fuhr und gleich das vordere Schutzblech abriss. Mir selbst war kaum was passiert: ein paar kleine Prellungen. Die rechte Seite vom Lenker hatte ich mir in die Brust gerammt. Andi holte mich ab, lud das Bike auf und meinte: "Morgen klappt das schon viel besser. Das wird schon." Ich war nur ärgerlich über mich selbst und traurig über das kaputte Motorrad.

 

Abends beim Bushman-Fondue ging es dann aber schon besser. Ich schöpfte wieder Mut und hoffte, am nächsten Tag alles heile zu lassen. Vor allem mich.

29. Dezember: Winhoek - Sossusvlei Lodge

Länge: 319 km

Unsere heutige Tour durch die Khomas-Berge
Unsere heutige Tour durch die Khomas-Berge

Heute sollte es dann richtig losgehen: die Tour sollte beginnen! Ich hatte in der Nacht soundsoviel Mal den Sand verhauen und war trotzdem immer in ihm umgekippt. Mein Magen rebellierte ein wenig vor dem Frühstück, aber eine gute Grundlage ist wichtig. War ich aufgeregt! Allein dieser Weg runter von der Lodge zur Straße reichte schon aus, dass mir der Schweiß sonstwohin lief. Unten angekommen hätte man mein T-Shirt auswringen können.

Tanken in Windhoek. Das war noch eine coole Aktion. Dann ging´s ab über den Kupferberg Pass durch die Khomas-Berge zum Spreetshoogte Pass. Dort oben angekommen hatte ich schon einen für mich echt harten Start geschafft. Der Pass war recht geröllig und ich hatte Angst um die Reifen meiner XT. Wenn ich aber zu langsam oder vorsichtig fuhr, hatte ich nicht genügend Schwung, wieder nach oben zu kommen oder mich aus einer Rinne heraus zu wühlen. So langsam merkte ich, wie meine Kraft schwand.

 

Oben, am Spreetshogte Pass hatte ich 190 km geschafft und sagte Andi, dass ich für meine Fähigkeiten und meine Kräfte heute sehr zufrieden mit dem Ergebnis wäre und bat ihn, mich die restlichen Kilometer aufzuladen und im Jeep mitzunehmen. Andi hatte keine Probleme damit (Gott sei Dank!) und war auch mit mir zufrieden. Die anderen durften nun den doch sehr steilen und hohen Pass auf teilweise Asphalt, teilweise Verbundsteinpflaster, teilweise Schotter wieder herunter fahren und nach der nächsten Biegung in Solitaire trafen wir uns alle wieder zur Mittagspause.

Wir kommen in sengender Hitze nach Sossusvlei. Im Jeep wird nur ein Fenster - max. 1 1/2 geöffnet. Die Klimaanlage bleibt aus. Also schwitze ich auch dort, hinter dem Fahrer sitzend, in meinen Stiefeln und Motorrad-klamotten nicht schlecht und freue mich, als wir nach weiteren 120 km die Sossusvlei Lodge erreichen und in einen schönen, klimatisierten Raum kommen.

 

Völlig verstaubte, verschwitzte Ritter der Wüstenlegion kommen in eine saubere, kühle, mit leicht bekleideten Menschen versehene Oase (war mein Gedanke). Duschen kann sooo schön sein. Und danach am Swimmingpool sitzen und einen Rock Shandy trinken (ohne Alkohol). Oder ein großes Windhoek Draught.

 

Es dauert nicht mehr lange und wir dürfen unter freiem Himmel an einer schönen für uns gedeckten langen Tafel Platz nehmen, um gleich wieder aufzustehen: Buffet! Und was für eines! Ich kann mich gar nicht satt sehen an all den leckeren Sachen. Mitten in der Wüste - wie kommt so tolles, frisches Essen hierhin? Und der ganze Fisch, die Meeresfrüchte? Mmhh!

 

Wir lernen die anderen der Gruppe ein wenig kennen, während des Abendessens. Alles sehr sympathische Männer. Mit den beiden Damen habe ich noch nicht so viel Kontakt gehabt.  Naja, und bei den Schweizern muss man eine Ausnahme machen, die denken halt anders. Sind ja auch nicht in der EU. Aber hier in Namibia ist auch das, wie vieles andere aus unserem normalen Leben, scheißegal!

30. Dezember: Sossusvlei - Rostock Berge

166 km

Am Abend vorher hat uns Andi am Essenstisch verraten, dass wir heute  sehr früh aufstehen müssen, um an einem tollen Ereignis teilzunehmen: Fahrt und Sonnenaufgang in den Sossusvlei Dünen und Besuch des Deadvlei (Sossus heißt blinder Fluss und Vlei soviel wie Pfanne). Unser Wecker klingelt um 5:00 Uhr, denn um kurz vor 6:00 Uhr soll es losgehen. Das wunderbar angerichtete Frühstück können wir gar nicht genießen. Ich fühle mich ein wenig klapprig, denn ich habe sehr, sehr wenig geschlafen. Die Hitze hat mich einfach wach gehalten. Und viele Gedanken.

 

Um 6:00 Uhr fährt unser tolles Sandtaxi "64 Namibian Kilometers" ins Sossuvlei und wir erleben über den Dünen einen tollen Sonnenaufgang. Dann spazieren wir die wahrscheinlich höchste Düne der Welt, die "Big Daddy" heißt, zu Fuß hinauf und lassen uns an der Seite wieder herunter, nicht ohne einige Kilo Sand zu transportieren. Die Dünen sind sehr eisenhaltig, daher wandern sie kaum. Nur die Kämme verändern sich ab und an durch den Wind und bekommen eine neue Struktur. Die Kameldornbäume im Deadvlei haben z. T. 80 m lange Wurzeln, daher stehen sie noch wie zu Lebzeiten, sind aber tot. Seit 300 Jahren. Durch die Dünen gelangt dort kein Wasser mehr in diese Pfanne. Ein sehr toller Ort!

Die heutige Tour zu den Rostock Bergen
Die heutige Tour zu den Rostock Bergen

Auf der Rückfahrt zur Lodge fing ein paar Kilometer vor dem Ziel mein Darm an zu zwicken und entwickelte sich zu Krämpfen, die auch nach mehrmaligen Toilettengängen nicht aufhörten. Die Sonne zeigte auch, was sie konnte und so waren um 10:00 Uhr bereits über 30 Grad.

 

Beim Briefing sackten mir dann die Beine weg und ich sah schwarze Punkte vor Andis Gesicht schwimmen, die da garnicht hingehörten. Andi entschied: Mein Bike wird gar nicht  erst abgeladen, sondern die heutige, recht kurze Etappe fahre ich im Jeep mit, um mich auszuruhen. Medikamente hatte ich ausreichend dabei, aber die müssen auch erstmal wirken und anschlagen.

 

Die Etappe bis Solitaire war dieselbe wie am Vortag, nur entgegen gesetzt. Als Andi meinte, dass gleich die 40-Grad-Marke geknackt würde, war ich ganz froh, im Auto zu sitzen. In Solitaire hatten wir dieses Mal mehr Zeit und fast alle bestellten sich ein warmes Essen, denn am Morgen hatte es ja nur ein "Schmalspur-Frühstück" gegeben, und das um 5:30 Uhr. Ich war doch etwas vorsichtig und wählte nur einen Salat.

 

Nach der Pause ging es in die Rostock-Berge und wer meint, diese hätten etwas mit unserer Hansestadt zu tun, der irrt. Bei der Namensgebung war nämlich jemand etwas schludrig gewesen und hatte das "t" in "Rotstock-Berge" vergessen. So sollte das Gebiet ursprünglich heißen. Tja, verpatzt. Und die Lodge, die uns als ein einmalig besonderer Ort verheißen wurde, heißt nun "Rostock Ritz".

 

Dort angekommen war es erst 15:00 Uhr und wir hatten Zeit, am Swimmingpool im doch ordentlich wehenden Wind in Hängemattenschaukeln zu liegen, zu dösen, zu plaudern oder zu lesen. Wir haben ja Urlaub! Der Ausblick war einfach genial und ich fragte mich wieder, wie man die ganzen Lebensmittel in so eine Gegend bringt.

 

Abends durften wir à la Carte wählen, was das Herz begehrt. Ich wählte Fisch und wurde nicht enttäuscht. Wir saßen abends noch sehr lange draußen and der langen Tafel unter dem Sternenhimmel, der Wind hatte genug getobt und war schon schlafen gegangen und wir genossen es, uns zu fühlen als säßen wir mit lieben Freunden mitten an einem verwunschenen Ort - ganz allein unter uns. Eine schöne Vorsellung!

 

Mein rebellierender Magen in der darauffolgenden Nacht war nicht so schön, aber dieses Mal wollte ich mich nicht unterkriegen lassen.

31. Dezember: Rostock-Berge - Swakopmund

226 km

Heute ist Silvester! Das heißt, lt. Andi, dass viele Menschen unterwegs sind - auf den "Straßen", besonders in größere Städte, um ihre Familien oder Freunde zu besuchen und mit ihnen zu feiern. Also gilt unsere Aufmerksam-keit an diesem Tag den Fahrzeugen und vor allem den Fahrern, die angeblich auch schon mal ein wenig zu viel getrunken haben können.

 

Ich fühle mich noch immer etwas schlapp, aber ich schlüpfe in meine Motorradklamotten und bin, nachdem ich diesen Feldweg als Einzige das erste Mal gefahren bin, schon wieder gut durchgeschwitzt. Dann wird es erst besser mit der Straße, doch nach und nach behält der Andi Recht: Die Straße wird zum ordentlichen Waschbrett und die Autos, die uns überholen, speien einem den Staub nur so in Mund und Nase. Widerlich!

 

Die anderen Biker aus der Gruppe sagen: diese Waschbretter müsse man mit 80 - 100 km/h fahren, im Stehen, damit man sie nicht merkt. Im Stehen schaffe ich gerade so - und dann - vielleicht 65 km/h - mehr ist für mich nicht drin. Dann setze ich mich dauernd wieder in den Sattel und weiß nicht recht, wie ich mich aufraffen soll.

 

Ich halte, um zu trinken, bekomme aber kein Wasser. Nach genauer Untersuchung muss ich feststellen: ich habe mein Mundstück seitlich durchgebissen und das Wasser ist mir in die Jackentasche und dann in die Hose gelaufen. Die Sitzbank ist auch schon ganz nass. Das Wasser rinnt mir am rechten Bein herunter. Karsten hilft mir kurz und ich bekomme dann doch noch ein wenig zu trinken, um die trockene Kehle zu ölen. Andi holt uns ein mit seinem Jeep ich zeige ihm die Wasserlache. Aber in der Wüste ist nichts so schnell verdunstet wie Wasser.

 

Wir fahren wieder los - und ich merke, was für ein unangenehmes Gefühl es ist, wenn der Jeep so gleich hinter einem fährt. Da baut sich Druck auf und ich versuche wirklich, mal Gas zu geben. Zwei Autos ziehen rechts an mir vorbei und ich fahre blind über die dicksten Waschbretthaufen, die gerade da sind. Mein Lenker fliegt mir fast aus der Hand und ich halte erneut. 

 

Karsten ist schon einige Meter voraus. Andi hält und steigt aus: "Birgit, ich sehe, Du bist noch nicht fit. 120 km hast Du ja geschafft. Diese Straße dauert noch an - so 40 - 50 km sind das noch in dieser Form. Was meinst Du? Ich denke, ich lade Dich noch einmal auf." Resigniert zucke ich die Schultern und fühle mich echt scheußlich. Auch, weil ich soviel Staub im Mund habe. Dann kommt die alles (für mich auf dieser Tour) entscheidende Aussage von Marlies: "Hör mal, Birgit, wir wollen ja auch mal ankommen! So schaffen wir das nicht. In diesem Tempo sind wir heute Abend noch nicht da!"

 

Was passiert jetzt? Mit mir?  Wie immer, rollen zuerst die Tränen. Ich bin zutiefst traurig und Lilly reicht mir ein Fläschchen mit Bachblüten-Tropfen. Dann fängt mein Kopf an zu arbeiten. Ich denke "Die blöde Schrapnelle, was würde sie denn sagen, wenn ich einen Unfall hätte? Da muss sie auch warten!" In meinem Inneren schimpfe ich vor mich hin. Das hilft mir, meinen Ärger über mich selbst freizuschaufeln. Dann, dritte Stufe: Mein Ehrgeiz erwacht. Ich denke "Na warte, mein Mädel, ab jetzt fahre ich JEDE TOUR BIS ZUENDE und wenn ich tot vom Mopped falle". Ich war doch nicht zum Jeep-Fahren hierher gekommen! Das ist auch super-langweilig. Und dann zieht es immer so durch das Fenster. Und laut ist es auch. Und Motorrad fahren KANN DOCH NICHT SO SCHWER SEIN HIER!

 

Später kommt der Daniel aus der Schweiz und sagt: "An Deiner Stelle würde ich mitfahren. Siehst, wir lernen an jedem Tag etwas dazu und sind Dir schon voraus. Das musst Du alles noch nachholen. Also: Fahr mit uns!"

 

Nach diesen Ansprachen beschloss ich sogar, bei der nächsten Runde als ERSTE anzukommen. Pah!

 

 

1. Januar: Swakopmund - freier Tag

Auch das muss wohl mal sein und meinem Magen-Darm-Trakt kommt dieser Tag zugute: Der freie Tag in Swakopmund.

Fünf aus unserer Gruppe haben einen Rundflug gebucht.

Die meisten gehen am Nachmittag zum Quadfahren in die Dünen.

Wir gehen spazieren und ich hole mir den Sonnenbrand meines Lebens auf meinen Füßen!

Es ist morgens bedeckt und wir merken nicht, dass die Sonne so intensiv ist. Aber mit Lillys Salbe und meinen Wattepads bastel ich mir einen Salbenverband, damit ich am nächsten Tag in meine Stiefel kann.

 

Im Laufe des Nachmittags trifft die zweite Gruppe, die von Ralf begleitet wird, bei uns im Hotel ein. Es sind 14 Fahrer (männl.) und 2 Frauen im Jeep als Begleitpersonen. Mit dieser gesamten Gruppe geht dann abends unsere Gruppe ins Kücki´s Pub zum Abendessen. Selbst Scooter ist dort schon aufgetreten und demnächst kommt zu einem Gastauftritt: Na, wer? HEINO natürlich!! (Gut, dass ich dann da wieder weg bin....)

02.Januar 14: Swakopmund - Uis

270 km

Von Swakompund zur Minenstadt UIS
Von Swakompund zur Minenstadt UIS

An diesem Tag hatte ich ordentlich gefrühstückt. In einer kleinen Plastiktüte habe ich einen kurzen Rock, ein Top und meine Birkenstocks eingepackt und sie Lilly gegeben, für den Fall, dass sie mich irgendwo wieder "auflesen" würden. Ich hatte nämlich keinen Bock mehr auf Sitzen im heißen Jeep mit Stiefeln, langer Hose und durchgeschwitztem Shirt.

Dann bekam wir die Instruktion: heute gab es KEINE Mittagspause, dafür sollten wir ein schönes Naturereignis sehen: die Spitzkuppe. Vorab mussten wir über die Salzstraße (eine Straße, die wirklich rein aus Salz hergestellt worden ist) nach HentiisBaai fahren, um dort zu tanken. 72 km glatte Straße vorab, ich freute mich! Im Nachhinein war es die blödste Strecke, die ich in Namibia gefahren bin.

 

Es war kühl, am Atlantik kommt dann morgens oft vom Meer Nebel herunter und ich zog mir noch ein zusätzliches Shirt drunter. Das reichte aber nicht! So gefroren wie auf diesen 72 km habe ich im Leben selten! Außerdem wird diese Straße bei Niederschlag zu einem Schlittermanöver und manchmal kam es mir schon so vor, als ob es rutschig wäre. In HentiisBaai angekommen, tankten wir und dann ging es keine große Gravel-Road hinein, sondern eine kleine Straße. Die war aber trotzdem sehr gut zu befahren. Gleich von Anfang an beschloss ich, im Gegensatz zu den anderen Tagen, Gas zu geben. Und es klappte auch. Ich war überrascht, wie gut das Motorrad über die Huckel flog und wie wenig es mir ausmachte, wenn ich dabei stand. So sollte es auch bleiben.

 

Es ging einige Zeit recht schön und ein wenig kurvig auf kleinen Straßen los und endete dann in der Mittagszeit bei der Spitzkuppe. Ich war begeistert von der Landschaft. Dort war zwar Tiefsand und ich musste ganz neu überlegen, aber Sand hat ja Gott-sei-Dank die Eigenschaft, weich zu sein und einem die Angst vorm Fallen zu nehmen.  Ich fuhr dieses Mal recht langsam durch, denn um das Mopped machte ich mir schon Sorgen.

 

Dann verpassten wir den Rest der Truppe, die doch Mittagspause in einem kleinen Restaurant machte, indem wir vorbei preschten und zumindest ich den Jörg überhaupt nicht sah, der uns zuwinkte.

 

Später wurde die Straße Waschbrett. Und die Landschaft eintönig. Wir mussten noch ca. 70 km und die wollte ich nun schaffen! Also hinstellen und Gas geben. Die restliche Zeit im Stehen hatte ich immer nur eins im Kopf "The sky is the limit" - also immer zum Horizont gucken und konzentrieren und GAS! Es klappte bis nach Uis. Und, wisst Ihr was? Als wir Teer unter den Hufen hatten, fuhr ich vor, um das White Lady Guesthouse zu suchen. Als ich auf dem Parkplatz ankam, war ich die ERSTE! Ziel erreicht. Spaß gehabt. Gestärkt im Selbstvertrauen nahm ich mir ein großes Bier.

Andi hatte uns gebeten, um 18:30 Uhr mit Jacke versehen am Jeep zu erscheinen. Er lud alle auf: die Damen ins Auto und die Herren auf den Anhänger. So gings los. Wir wurden durch Wüstensand auf eine tolle Aussichtsplattform gekarrt, von der aus wir die alte Minenstadt überblicken und den Sonnenuntergang genießen konnten. Es gab Getränke und Snacks. Ein schöner, einsamer Ort, denn die Minenstadt ist seit 30 Jahren still gelegt, quasi eine Geisterstadt. Es waren Zinnminen und Zinn war irgendwann leider nichts mehr wert.

 

Zurück fuhr Andi noch einen wirklich sehr steilen Hang hinunter. Wer sprang vom Wagen und ging lieber zu Fuß? Die Schweizer! Wir kamen alle heil zurück und um 19:30 Uhr gab es ein herrliches Barbeque-Buffet. Mit Bierbrot. Das Rezept wollte ich unbedingt haben und fragte Analene, ob sie mir´s abschreibt. Dann folgte eine gute Nacht - ohne Bauchprobleme.

3. Januar: Uis - Palmwag Lodge

254 km

Uis - Palmwag Lodge
Uis - Palmwag Lodge

Heute ist es zwar nicht so kühl wie in Swakopmund, aber es scheint auch nicht so heiß zu werden wie in Sossusvlei. Wir brechen auf Richtung Norden durch das landschaftlich einmalige Damaraland mit seinen bizarren Felsformationen und unterschiedlichen Felsfarben. Je weiter wir nach Norden kommen, umso breiter wird die Straße und umso einsamer wird die Gegend. Unser Ziel ist erstmal die Twyfelfontein Lodge, denn da ist Mittagspause angesagt.

 

Wenn ich gleich nach dem Start hinter Karsten hergefahren wäre, wären wir irgendwann völlig falsch gewesen und hätten die Wegstrecke zurück fahren müssen. Das kommt, weil Karsten nicht auf GPS schaut, ich aber schon. Also erstmal Gas geben und ihn zurückholen, um ihm zu sagen, dass wir dieses Mal NICHT geradeaus fahren, sondern gleich rechts hätten abbiegen müssen.

 

Es ist wirklich eine landschaftlich tolle Strecke und wir kommen gut voran. Dann plötzlich wird es kurviger und vom Fahren her abwechselungsreicher. Wir steuern um eine Kurve auf jemanden zu, der mit der Kamera dort steht und filmt. Es ist Andreas. Wieso macht der das? Bis ich merke, dass dort eine ordentliche Tiefsandkuhle ist, bin ich schon durchgefahren. Den Film hat er mir netterweise zur Verfügung gestellt. Obwohl ich später nie wieder so gut durch Tiefsand gefahren bin, mache ich mich hier doch recht gut. Karsten ist übrigens gleich hinter mir der Zweite und wurde auch gefilmt.

Die Einfahrt zur Twyfelfontein-Lodge hatte ungefähr 12 km Länge und die hatten es ebenfalls in sich: Sand, Waschbrett, Geröll und Verengungen - alles vorhanden. Da hatten wir uns ein großes Getränk verdient.

 

Nach dem Mittagessen ging es weiter Richtung Norden nach Palmwag, wo wir die Order hatten, zu tanken. Tanken war in Namibia ein besonderes Ritual. Wir kamen nacheinander an: zwölf Motorräder. Oft zahlte ein Fahrer für zwei, drei oder sogar vier Motorradtankfüllungen. Trotzdem lief immer alles recht schleppend. Zuerst einmal durfte man nicht selbst tanken. Wenn dann ein oder zwei Tanks voll waren, zeigte die Säule die Summe an. Der Preis pro Liter 95er Sprit kostete 90 Cent (umgerechnet) und es kam natürlich nie eine total glatte Summe heraus. Auf das Wechselgeld wartete man manchmal so lange, dass man fürchtete, der Tankwart sei mit den Scheinen abgehauen, aber irgendwann kam er dann wieder und hatte das Wechselgeld dabei. Zwei bis fünf Namibia Dollar sind okay als Trinkgeld. Als ob er das wusste, brachte er immer so viel als Kleingeld mit zurück - und konnte es dann behalten. Dann ging es noch ein, zwei Straßen weiter und wir erreichten die Palmwag Lodge, wo doch schon einige Leute untergebracht waren. Kurz vor dem Abendessen, das hier drinnen statt fand, sahen wir noch einen Elefanten von der Terrasse aus, der sich durch den Dschungel fraß.

4. Januar: Palmwag - Opuwo

234 km

Von Palmwag zur Opuwo Country Lodge
Von Palmwag zur Opuwo Country Lodge

Heute starten wir weitern gen Norden. Opuwo heißt das Ziel, unser nördlichstes auf dieser gesamten Tour. Fahrerisch und kulturell ist heute ein besonderer Tag, denn wir verlassen das Damaraland und erreichen bald schon den Beginn des Kaokolandes und statten mit Opuwo auch Schwarzafrika einen kleinen Besuch ab. Viele kleine Himbadörfer säumen den Wegesrand und wir sind gespannt, ob wir aus der einsamen Gegend nun in eine etwas belebtere kommen.

 

Beim morgendlichen Briefing erínnert uns Andi nochmals an die domestizierten Tiere wie Ziegen, Rinder und Schafe, die uns begegnen können. Auch Esel stehen gern mal an den Straßenrändern. Wo mehr Menschen, da mehr Tiere. Dann gibt es noch den Joubert  Pass, der sehr schön zu fahren ist, leicht und kurvig schlängelt er sich bergan. Dann kommt ein Enduro-Stück mit Geröll und Steinen, die durchschlagen können und der Höhepunkt bildet eine arge Steigung, die schwarzen Kuppen, die durch Autos und Regen arg schwierig werden könnten. Er empfiehlt uns im ersten Gang stehend dort nach einer geeigneten Spur zu suchen und keine Experimente zu machen.

 

Morgens in Palmwag fragte uns eine Frau, wohin wir heute fahren und wir antworteten "Opuwo". Sie machte mit ihrer Hand eine Wellenbewegung von oben nach unten und meine "oh ja, schöne Strecke, immer rauf und runter. Eine echte Herausforderung. Viel Spaß".

 

Die Dame hatte Recht, erst vorsichtig angefangen, wurde es bald richtig hügelig, ein ständiges Auf- und Ab. Wir stellen uns darauf ein und fahren im Stehen, um alles überblicken zu können, obwohl die Straße nicht schlecht ist. Den Pass erreichen wir nach ca. 2 Stunden und finden den ersten Teil total schön zu fahren. Der zweite ist, zumindest für mich, eine Prüfung, denn es liegen doch arg große Steine herum und der Pfad wird oft sehr eng.

 

Entgegen kommende Autos und auch ein überholender Jeep lassen mich schwer atmen. Dann sehe ich die angekündigte Steigung und im ersten Moment verweigere ich. Ich schüttel den Kopf, sehe, wie sich der Jeep da hochquält, sehe, wie zwei von unserer Gruppe oben stehen und einer von ihnen, wieder der Andreas, ein Stück herunter geht, um zu filmen. Ich will immer noch nicht fahren. Karsten wird etwas härter im Ton und wir streiten ein wenig. "Dann fahr´ wenigstens bis dahin, wo der Andreas steht, ich hole Dich dann ab". Wieder erwacht der TrotzDa erwacht und wir lassen erst ein paar Leute von uns vorbei fahren. Alle bleiben oben stehen. Das ist mir dann doch zu peinlich. Schließlich wollte ich ja fahren, auch wenn ich tot vom Mopped falle. Also fahre ich langsam hinter Karsten her, bleibe sitzen und schaffe es schließlich, oben anzukommen. Schönes Gefühl, wenn alle sich gegenseitig auf die Schulter klopfen und aufeinander warten, damit es auch der letzte schafft. Diese Gruppe gefällt mir immer besser.

 

 

 

Es geht äußerst hügelig weiter. Manchmal wirken die Steigungen von weitem wie Berge, unbezwingbar. Ich muss doch nun öfter in den 2. Gang schalten, um die Kuppen zu schaffen. Auto möchte ich hier nicht unbedingt fahren, schon gar nicht beladen.

 

Am Nachmittag, gegen 15:30/16:00 Uhr erreichen wir, mit zwei anderen Fahrern aus unserer Gruppe, die Opuwo Country Lodge, auf einem Berg gelegen. Wir werden herzlich empfangen und eine Rezeptions-Angestellte fotografiert zuerst einmal unsere Moppeds. Später dann noch einmal alle. Es scheinen nicht oft Motorradfahrer dorthin zu gelangen. Wir genießen einen Gratis-Café und die Aussicht auf die tollen Berge und die Landschaft - und warten auf unseren Andi mit dem Gepäck.

 

Nach dem Duschen haben wir Zeit zum Lesen und Erzählen am Pool und auf der schönen Terrasse. Andi meint nur, die Steigung wäre heute eine Autobahn gewesen, da sie vom Regen wenig beeinträchtigt worden sei. Aber sowas sagt er ja meistens. Er veranlasst beim Personal, dass für unsere Gruppe um 19:30 Uhr draußen zwei große, runde Tische gedeckt werden, damit wir dort essen können. Wir sehen noch den Sonnenunter-gang und sitzen dann gemütlich bei Kerzenschein zusammen, um das tolle Essen und den Wein zu genießen.

 

Andi gibt nach dem Essen noch bekannt, das unsere Etappe am nächsten Tag recht kurz sein wird, da wir vorab noch ein Himbadorf besuchen werden. Dadurch verlieren wir mit An- und Abfahrt ca. 1 1/2 Stunden. Außerdem gäbe es auf dem Weg noch ein zweites Highlight, aber dazu käme er morgen früh beim Briefing.

5. Januar: Opuwo - Khowarib Lodge

171 km

Von der lebendigen Stadt Opuwo in die einsame Gegend der Khowarib Lodge
Von der lebendigen Stadt Opuwo in die einsame Gegend der Khowarib Lodge

Beim Briefing bekamen wir erste Hinweise zum Himbadorf-Besuch. Wir sollten an einer bestimmten Stelle auf Andi und Moses, einem Übersetzer, warten, dann würden uns beide ins Schlepptau nehmen und vor den Toren des Dorfes gäbe es weitere Hinweise. Dieser Besuch von ca. 20 km Fahrt stand nicht im GPS, also blieben wir alle zusammen und warteten, bis Andi und Moses Geschenke (Maismehl und andere Lebensmittel) für die Himbas eingekauft hatten.

 

Himba bedeutet übrigens "Bettler". Ein Herero ist ein "aufgestiegener" Himba, jemand, der es zu einem Beruf oder Job und Geld gebracht hat. Der sich gut anziehen und in einem richtigen Haus leben kann. Himbas, die unterster Bevölkerungsschicht Namibias, leben von Viehzucht und die Frauen vom Verkauf selbst gearbeiteter Ware wie Schmuck, Schalen, Schnitzerein. Die Kinder können angeblich auf eine Schule gehen. Fraglich ist, ob sie das tun.

 

Mit durchschnittlich 14 Jahren bekommen Himbafrauen ihr erstes Kind. Die Männer dürfen mehrere Frauen heiraten, allerdings dürfen sie auch Frauen "abgeben", die sie nicht mehr haben möchten. Da im Dorf nur untereinander geheiratet wird, herrscht Inzucht.

 

Auffällig bei den Himbas ist die Hautfarbe, die durch eine Mischung aus Gesteinsmehl und zerlassener Butter bzw. Öl entsteht. Sie schützt vor allen Widrigkeiten der äußeren Welt. Die Haare werden ebenfalls mit dieser Mixtur behandelt, nur die letzten Enden der Zöpfe sind als Haare noch zu erkennen. Zur Parfumherstellung verwenden sie zerriebene Kräuter und mischen diese mit heißer Asche oder einem Stück heißer Kohle. Die Dämpfe halten sie sich unter die Achseln oder an das Dekolleté. Sie sind nur an den unteren Genitalien bekleidet und tragen viel Schmuck, selbstgemacht natürlich. Sie haben so gut wie kein Wasser, außer ein wenig zum Trinken, aber letzteres müssen sie bei weitem nicht so oft und viel wie wir.

 

Die Männer sind den ganzen Tag beim Vieh, irgendwo draußen in der Pampa. Das Vieh ist das höchste Gut und wird mehr umsorgt als die eigenen Kinder.

Die Lebensmittel werden in einem Haus auf Stelzen aufbewahrt, damit die Tiere nicht so leicht heran kommen. Der "Chief" ist den ganzen Tag im Dorf und gibt Anweisungen an die Frauen, raucht irgendein Tabakzeug, das glücklich macht und tut sonst nicht viel. Über Touristen wie uns freut er sich natürlich, obwohl er das nicht zeigt, denn das ist unter seiner Würde, aber er nimmt natürlich gern die Geschenke.

 

Der Platz füllt sich zusehends mit Himba-Frauen von überallher, als hätten die hier Handys, um alle anzurufen und herzulocken. Bald sitzen über dreißig Frauen im Kreis und ziehen und zerren an meinen Armen, legen mir fünf Armbänder gleichzeitig an und wollen meine Stiefel ausziehen, damit ich so einen Fußschmuck anprobieren kann. Entschieden weise ich das zurück, kaufe zwei Armbänder ohne zu handeln (Dummheit) und bin im Grunde froh, als wir verschwinden können. Diese Welt ist für mich undurchsichtig, irgendwie unehrlich und dieser Chief ist ein Typ, den ich gern mal wohin treten würde.

 

Wir fahren den Weg von gestern weiter rückwärts und haben die Anweisung, genau auf das Schild "Ongongo" zu achten, das links am Wegesrand auftauchen soll. Da geht es nämlich zu unserem Highlight des Tages, einer Warmquelle, die aus einem Felsen sprudelt und in der wir uns erfrischen können. Der Weg dahin, ca. 6 km, ist reines Enduro-Feeling. Sand, Geröll, ziemlich große Seine und Brocken, kurvenreiche, enge Piste. Einmal bremse ich und schlage den Lenker ein, da liege ich bereits auf diesen dicken Steinen. Dieses Mal tut´s etwas mehr weh. Mein Unterarm ist aufgeschürft und mein linkes Bein für einen Moment am Fußgelenk eingeklemmt. Ach, Mann!

 

Schweißgebadet und etwas desillusioniert erreichen wir die Warmquelle und steigen die Stufen hinunter. Welch gottverlassene Gegend! Die Schweizer sind auch dort und Paul hat sich im Sand richtig gemault. Er selbst hat nichts abbekommen. Das ist ja das Wichtigste.

 

Wir baden in der Quelle und genießen es. Es ist wunderbar erfrischend und mein Arm schmerzt schon gar nicht mehr. Die Blutung stoppt sofort und ich kann meine Sachen wieder anziehen. Jetzt denselben Weg zurück: Heiliger Hein, mir bleibt auch nix erspart. Karstein meint nur: "Langsam im 2. Gang, egal, wie´s aussieht. Wir haben ja Zeit. Das schaffst Du schon."

 

Die Himbas, die am Wegesrand stehen und mir ihre Ketten und Armbänder schreiend entgegen halten, nerven mich in dieser angespannten Fahrsituation. Ich muss mich so dermaßen konzentrieren und komme wieder schweißgebadet auf der breiten Straße an. Schlimmer kann´s nicht mehr werden.

 

Entnervt mache ich mich auf die letzten 20 km zur heutigen Lodge. Sie soll etwas Besonderes sein. Spannung kann ich nicht mehr aufbauen, weil ich zu alle bin. Ich hoffe nur, dass man einigermaßen ordentlich dorthin fahren kann.

 

Wir werden nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Als wir auf der Khowarib-Lodge, dieses Mal als letzte, sogar nach Andi, ankommen, staunen wir nicht schlecht. Diese Lodge ist noch einzigartiger als die voran gegangenen: Dass hier überall viel Platz ist, ist ja bekannt. Daher stehen die einzelnen Chalets weit auseinander, so dass man das Gefühl hat, allein im Busch zu wohnen. Das Badezimmer ist unter freiem Himmel untergebracht und der Schlafraum in einem Zelt, das wirklich das Gefühl vermittelt, draußen zu schlafen. Die Terrasse auf Stelzen gibt den Blick auf den Hoanib-Fluss frei, an dem sich abends die Frösche nur so tummeln.

 

Neben der Rezeption gibt es eine Bar und eine Feuerstelle. Rund herum liegen Baumwurzeln und -stämme, versehen mit Kissen, auf denen man sich flezen kann, um in Ruhe einen Sundowner zu genießen. Einen Pool gibt es ebenfalls, auch wieder den Blicken der übrigen Leute unzugänglich.

 

Wir erleben ein tolles Abendessen, ein Barbeque der besonderen Art mit super Service und viel Spaß. Mein Fußgelenk schmerzt zwar und ich humpele ein wenig, aber sonst habe ich die Strapazen vergessen und weiß ja, dass ich den Weg so schnell nicht noch mal fahren muss.

 

Die Nacht wird, obwohl es nie wirklich ruhig ist, trotzdem erholsam. Ich stelle mir einfach vor, ich liege mitten im Busch in einem Zelt hoch oben im Baum, wo mir niemand was tun kann. Umgeben von einem schützenden Moskitonetz schlafe ich erschöpft bis zum nächsten Morgen um 7:00 Uhr.

6. Januar: Khowarib Lodge - Twyfelfontein

186 km

Von der Khowarib Lodge zurück nach Twyfelfontein
Von der Khowarib Lodge zurück nach Twyfelfontein

Heute haben wir einen NACHMITTAGS-Termin, daher sind es wieder unter 200 km, die wir zurück legen. Die Strecke ist uns ja bereits bekannt, aber, wie Andi schon richtig sagt: "Ihr werdet nicht merken, dass Ihr schon mal hierher gefahren seid, außer, Ihr habt Euch ganz markante Punkte gemerkt, die Ihr dann plötzlich erkennt." So war es auch. Wir fuhren wieder einmal diese 12-km-Einfahrt raus (ich blieb doch glatt erneut im Sand stecken, weil zu langsam). Dann beim zweiten Anlauf ging´s aber gut.

 

In Erinnerung hatte ich noch, dass das Stück Weg von Palmwag nach Twyfelfontein nicht besonders gut war. Karsten sagt "Schüttelstrecke". So war es auch heute. Waschbrett soweit das Auge reichte und trotz schöner Landschaft mussten wir uns doch arg auf die Straße konzentrieren.

 

In Palmwag dann, wo wir unbedingt tanken sollten, damit wir den nächsten Tag noch schaffen, hat der Tankwagen kein Benzin geliefert. Vielleicht morgen? Na, das hilft uns aber nicht. Wir bleiben stehen und warten auf Andi. Der rauft sich erstmal die Haare. Ich denke nur:"Gut, dass wir hier nicht auf eigene Faust herumfahren, sondern den Andi haben, der noch 80 Liter Benzin dabei hat."

 

Zuerst einmal bekamen die Tenérés jeweils 5 Liter. Die anderen mussten es noch schaffen. 14 Liter fasste mein Tank, bei 4,5 Liter Verbrauch auf 100 km müsste ich also fast 300 km schaffen. Bis nach Twyfelfontein war es jedenfalls kein Problem. Die Straße wurde nicht unbedingt besser, aber trotzdem kamen wir pünktlich an und hatten Zeit, etwas zu trinken, zu duschen und um 16:00 Uhr in einen Wüstenbus besonderer Art zu steigen, um wilde Wüstenelefanten an ihren Wasserstellen ausfindig zu machen. War das eine Fahrt!

 

Ich glaube, die meiste Zeit musste der Fahrer, der seinen ersten Tag dieser Tätigkeit hatte, im ersten Gang zubringen. So sehr er den Schaltknüppel auch rührte und an ihm zerrte: der nächste Gang wollte nicht kommen. Mir tat das mehr in den Ohren als woanders weh und da es auch ordentlich zog, weil der Wagen offen war, drapierte ich mein großes Halstuch um Kopf und Hals. Nach ungefähr einer Stunde (was echt lang war in diesem Vehikel) spürten wir das erste Exemplar auf! Mann, ist so ein Elefant groß. Das hatte nichts mehr mit Zoobesuch zu tun. 400 kg Grünzeug fressen ausgewachsene Elefanten am Tag und laufen manchmal 15 km, um Wasser zu finden. Allerdings brauchen diese wilden Elefanten nicht täglich Wasser. Ihnen reicht es, alle fünf Tage zu trinken.

 

Wenig später stießen wir auf die restliche Familie. Der kleine Dumbo war total knuffig, weil er den Rüssel immer so schlenkerte.

 

Auch andere Tiere konnten wir beobachten: Kudus, Oryx und Schakale. Die sind aber von unserem Heulmotor immer schnell verscheucht worden.

Zurück dauerte es noch länger, denn wir machten a) eine Trinkpause und b) gab es den Sundowner-Sekt auf einem Hügel. Danach wurde es so empfindlich kalt, dass wir uns nur noch auf ein warmes Restaurant freuten. Das war dann aber auch nicht der Fall. Um 20:00 Uhr trafen wir ein, das Essen war nur noch lauwarm und der Körper wollte und wollte nicht aufhören zu bibbern. An diesem Abend sind wir echt früh zu Bett gegangen. Trotzdem war es ein guter Tag und weil wir die Elefanten gefunden hatten, hatte sich der Ausflug auch gelohnt.

7. Januar: Twyfelfontein - Mount Etjo

335 km

Von der Twyfelfontein Country Lodge zur Mount Etjo Lodge

Wir treffen uns heute eine Stunde eher als sonst, weil wir a) alle mit 5-Liter-Kanistern betankt werden müssen, b) eine etwas längere Etappe vor uns haben (die eventuell noch etwas verkürzt werden muss), weil wir c) um 16:00 Uhr wieder einen Termin haben. Puh....

 

12 Maschinen betanken auf diese Weise, vom 20-Liter-Kanister in den 5-Liter-Kanister, dann in jedes Mopped, das nimmt eine halbe Stunde in Anspruch. Andi war gestern noch losgestochen und hatte Benzin geholt.

 

Unser Ziel heißt zuerst einmal Omaruru, eine Stadt nördlich von uns. Da müssen wir dann auf jeden Fall tanken und können uns an der Tankstelle etwas zu essen kaufen. Brötchen-to-go sozusagen. Dann entscheidet Andi, ob wir ein Stück Teerstraße fahren oder ob wir den langen Weg schaffen. Die restlichen 40 km sind dann eher eine Sandstraße bis zur Mount Etjo Lodge. Das ist heute ein wenig Druck-Fahren, weil wir den Jeep und den Termin im Nacken haben und keine wirkliche Pause machen dürfen.

 

Die ersten Kilometer sind gar nicht so schlimm, doch es gibt einige ordentliche Kuppen. Drei Mal trifft Karsten mit dem Vorderrad auf einen Stein und schlägt dann durch. Wir müssen auf Andi warten, denn das Vorderrad ist platt.

 

Dann heißt es: Juchhee, wieder aufholen. Nach ca. 100 Kilometern kommt eine Straße, die den Namen echt nicht verdient hat. 70 - 80 km lang nicht nur Waschbrett, sondern zusätzlich noch Loch an Loch. Es gibt keine Möglichkeit, sich eine Spur zu suchen, die einem nicht die Knochen durchschüttelt. Gibt man zuviel Gas, schlagen die Räder ordentlich in die Löcher. Das wollen wir vermeiden, also fahren wir so mit 75 - 80 Sachen hier lang. Wir treten nicht aus und trinken nichts. Wir wollen nur raus aus diesem Schlaglochgebiet. Für die Landschaft haben wir kein Auge. Die Stimmung sinkt zusehends.

 

Als endlich in der Ferne Omaruru in Sicht kommt, atmen wir auf. Als die Teerstraße anfängt, stellen wir uns erschöpft hinter die Schweizer, die dort ebenfalls mit säuerlichen Gesichtern eine Raucherpause machen. Andi holt uns ein und mault, warum wir nicht an der besprochenen Tanke pausieren, sondern hier. Sofort schmeißen wir die Maschinen wieder an und fahren das Stück in die Stadt zur Tankstelle.

 

Dort gibt es Toiletten und echt leckere Brötchen. Der Rest der Truppe ist in einem Restaurant eingekehrt. Jetzt wird Andi richtig sauer und geht hin, um ein wenig zu explodieren. Kurz darauf beschließt er, uns 78 km über die Teerstraße nach Kalkfeld fahren zu lassen, um dort wieder Richtung Omatako abzubiegen. Nach ca. 40 - 45 km wären wir dann an der Mount Etjo Lodge. Der erste möge dort an der Pforte schellen und dann öffnet sie sich. Wir sollen dann bis zum Parkplatz durchfahren und schon mal reingehen. Meistens wartet Kaffee und Kuchen auf die Gäste.

 

Die Teerstraße ist heute, wo es nicht so heiß ist und wir die Order haben, 120 km/h zu fahren, für mich ein Greuel, weil ich mich in den Schultern verkrampfe. Ich friere mal wieder. Ich zähle die Kilometer und finde die Strecke zwar nicht total blöd, aber es ist viel langweiliger, geradeaus auf Teer zu fahren als auf Schotter.

 

Dann kommt noch einmal eine richtig teils sandige, teils geröllige Strecke mit Kuppen und ordentlich Sand unten in den Löchern. Karsten und ich fahren sehr konzentriert und vorsichtig. Trotzdem sind wir die Ersten am Tor und ich darf klingeln. Geschafft für heute!!! Anstatt 374 km sind wir durch die Teerstraße nur 335 km gefahren, aber jetzt haben wir noch eine Stunde, um zu duschen und Kaffee zu trinken. Und dann?

 

Der Termin ist eine Pirschfahrt in das 38 ha große Reservat der Mount Etjo Lodge. Ein Schwede (Olofson oder Olafson) hatte zuerst einmal einen kleinen Teil dieses Landes gepachtet. Er war von Beruf Wildtierdresseur, dann Wildtierpfleger. Für den Film "Hatari" zum Beispiel hat er die Tiere dressiert. Später dann kaufte er das Land und nach und nach immer mehr Land dazu und holte sich die wilden Tiere ins Reservat. Die Mount Etjo Lodge wurde zu einem besonderen Besuchs-Highlight für Touristen - und ist es immer noch.

 

Unser Fahrer, der Eddy, fuhr sehr umsichtig und das selbst umgebaute Auto war mit dem vom Tag zuvor nicht zu vergleichen. Diese Pirschfahrt hat sehr viel Spaß gemacht und war äußerst informativ.

 

Als wir zurück kamen, waren die Tische gedeckt und das Lagerfeuer brannte. Ein echtes afrikanisches Wildessen bildete den Abschluss dieses schönen, aber doch sehr anstrengenden Tages.

8. Januar: Mount Etjo - Windhoek Mountain Lodge

349 km

Von Mount Etjo zurück nach Windhoek
Von Mount Etjo zurück nach Windhoek

Heute ist der letzte Tag der Reise: Die Königsetappe! 349 km mit Mittagspause in Wilhelmstal. Dann endet diese beeindruckende Tour und wir können endlich die Staubklamotten unter die Dusche legen und abbrausen. Schade und Schön zugleich. Wie das immer so ist.

 

Anfangs fahren wir den Sandweg zurück vom Mount Etjo und halten uns Richtung Weinfeld. Dann kommt eine unglaublich lange, breite Straße nach Wilhelmstal. Nach ca. 170 km erreichen wir es und kehren bei einem Deutschen ein, der sehr leckere Essbarkeiten verkauft. Ich genehmige mir das letzte Stück Apfelkuchen mit Zimt und Streusseln. Es ist unglaublich sauber in dem Laden und es kommen mega-viele Leute hier herein, die getrocknetes Fleisch und Würste kaufen. Der Mann muss einen äußerst guten Ruf haben, denn es halten fast ausschließlich Weiße, Holländer, Engländer, Namibianer, Deutsche...

 

Nach der Pause geht es weiter. Angeblich kommt nun eine wunderschöne Bergstrecke, die richtig viel Spaß machen wird. Obwohl es ziemlich heiß geworden ist, freue ich mich auf den Weg nach "Hause" zu Ralfs Lodge. Aber es soll doch anders kommen.

 

Der Weg wird nicht nur sandig, die Sandstreifen sind auch viel länger als jemals vorher. Das übersteigt dann irgendwann meine Kräfte. So 10 - 20 Meter kann ich das Mopped ja durch den Sand ganz gut halten und manövrieren, aber bei 200 bis 500 Metern mache ich schlapp. Und nach einem Abschnitt voller tiefrotem Sand sieht man in der Ferne bereits den nächsten Abschnitt. Halleluja! Ich versuche es nochmal und sehe den Karstenmann schon einige Meter vorauseilen, da fahre ich links heran und bedeute ihm, dass ich mich geschlagen gebe. Ich möchte ihm nicht den schönen Berg-Heimweg verderben. Und das würde ich sicher. Übrigens hatten wir auch die Option, auf Teer nach Windhoek zu fahren, aber die hat niemand genutzt und allein wollte ich den Weg auch nicht fahren.

 

Wir warten noch auf Andi, der schon wissend nickt und meint "hier musst Du ganz schön kämpfen, was?" Dann braust Karsten davon und ich setze mich zu den zwei Ladies in den Jeep, bin zwar irgendwie ganz happy, aber andererseits auch traurig, weil ich diese Etappe, vor allem das letzte Stück durch die Berge, doch gern gefahren wäre. Im Jeep kann ich zwar die Landschaft genießen, die irgendwann nach dem Abbiegen in eine sehr kleine Straße (Privatstraßen, auf denen man häufig Gatter öffnen und schließen muss) führt, aber die Fahrt wäre auf dem Mopped wohl angenehmer gewesen. Um 16:30 Uhr kommen wir endlich in Windhoek an. Wir werden von allen freudig begrüßt und - wie schon geschrieben - die Brause für die Klammotten startet sofort.

 

Abends gibt´s noch einmal das Bushman-Fondue und uns wird bewusst, dass es das letzte Abendessen in Namibia sein wird.

9. Januar: Windhoek und Abflug nach Frankfurt

Heute werden wir um 10:30 Uhr nach einem ausgiebigen Frühstück und dem leidigen Tasche-Packen mit Jeeps nach Windhoek zu einem Stadtbummel kutschiert. Wir schauen uns die Stadt an und gehen auch in einige Souvenirläden, aber ich fühle mich hier nicht so wohl und bin lieber in der Natur.

 

Für meine Tochter finde ich eine Kette und für mich Ohrringe. Das ist alles, was ich mitnehmen möchte. Der Rest ist in meinem Kopf und in meinem Herzen. Als wir zurück kommen, haben wir noch drei Stunden Zeit, um zu dösen, im Garten Kaffee zu trinken und unsere Fotos auszutauschen. Dann kommt die zweite Gruppe und kurzzeitig wird es etwas belebter. Das gibt sich aber schnell, denn auch die Jungs sind müde und kaputt.

 

Um 17:00 Uhr bringt uns Andi zum Flughafen, wartet, bis alle Koffer und Taschen aufgegeben sind und verabschiedet sich. "Ihr wart eine gute und ordentliche Gruppe. Hat Spaß gemacht mit Euch." Mehr Lob geht nicht. Wir freuen uns, verbringen noch etwas Zeit miteinander und steigen dann gegen 20:00 Uhr ins Flugzeug ein. Am nächsten Morgen sind wir im Stockdunkeln in Frankfurt und fahren noch 3 1/2 Stunden nach Hause.

Zum Abschluss möchte ich gar nicht so viel schreiben. Wichtig ist mir, dass ich mich bei Marlies bedanke, denn ohne ihre Worte beim Aufladen und meine Trotzreaktion wäre ich wohl in dem Jeep sitzen geblieben. Sie ist eine absolut klasse Frau und wir haben uns zu JEDER Zeit gut verstanden. Ich würde sie und ihren Mann sehr gern wieder sehen.

Danke auch an Lilly, die mich mit Salben und Tropfen versorgt hat. Als Apothekerin hatte sie alles dabei, was sie zwar nicht selbst, aber so armselige Fahrerinnen wie ich benötigt haben.

Dann die Schweizer: Super-Truppe, liebe Kerle. Ein bisschen wild, aber total bodenständig dabei. Wenn es sowas gibt, dann wohl in der Schwiz. Wir werden Euch gern besuchen, Daniel, Paul, Kurt und Roland.

Besonders nett unterhalten haben wir uns auch immer mit Jörg, Andreas, Alex und Hans-Peter (Eidsch Pee) - meistens beim Abendessen oder beim Frühstück. Mit Euch wollen wir in 2017 die Windhoek-Kapstadt-Tour machen. Nicht vergessen! Wir haben uns verabredet!

Ganz herzlichen Dank an Ralf und sein gesamtes Team für die gute Organisation und die vielen schönen Überraschungen und Highlights. Wäre ich die Strecke mit einem Auto gefahren, womöglich noch klimatisiert, hätte ich nie diese Begeisterung beim Betreten einer Lodge und beim Ankommen nach beschwerlichem Weg auf einem der Parkplätze empfunden. Ich muss Euch sagen: Die Reise war jeden Schweisstropfen und jeden Cent wert! (Ihr müsst jetzt aber nicht die Preise anheben....)

Zuletzt komme ich zu Karsten, meinem Mann, Guide, Kumpel, dem besten Endurofahrer der Welt, der immer Geduld mit mir hatte, mir vieles erklärt und gezeigt hat, der mir geholfen und mit mir geschimpft hat, wenn ich aufgeben wollte. Aber nur dann, wenn er wusste, es geht noch was. Lieber Karsten, OHNE DICH HÄTTE ICH ES NICHT GESCHAFFT !

 

UMTU NBUNTU NGABANTU

Dieses Sprichwort steht auf den Rücken der neuen T-shirts von Ralf Moeglich und seinem Gravel-Travel-Reise-Team.

 

Es besagt:

"Dein persönliches Wohlergehen hängt von den Menschen ab, mit denen Du Dich umgibst".

 

Die Menschen, von denen ich in Namibia umgeben war, haben es geschafft, dass ich mich sehr, sehr wohl gefühlt habe.

 

Und mehr geht nicht!