Motorradurlaub in Südtirol bei Konrad & Family

Fast so erwartungsfroh wie wir
Fast so erwartungsfroh wie wir

In diesem Jahr spielte ein dickköpfiges, leider nicht manipulierbares Wetter eine große Rolle in diesem Urlaub. Es verhinderte manche Ausfahrt bzw. Tour, es konnte schnelle Richtungswechsel veranlassen, es ließ Finger bis zur Schmerzgrenze frieren und die Frequentierung der Sauna im Hotel um ein Vielfaches steigern. Durch den hartnäckig liegen gebliebenen Schnee drohte Lawinengefahr im alpinen Bergbereich, so dass das Wandern daraufhin schon mal ausfiel. Das Wetter veranlasste so manchen Hotelier in Südtirol und Österreich, sein Haus wieder zu schließen und sein Team nach Hause zu schicken. Der Felbertauerntunnel wurde durch einen Erdrutsch unpassierbar, so dass auch viele Tagesgäste ausblieben.

 

Dennoch fahren wir im nächsten Jahr wieder dorthin! Warum? Das lest Ihr am besten im folgenden Reisebericht.

 

 

Einen Song für Konrad & friends

Reistagebuch vom 19. - 31. Mai 2013

In Deutschland war es auch noch nicht wirklich Frühling, aber trotzdem war der Hinreisetag kein schlechter Tag. Anfangs schon, da wurde uns auf der Autobahn alles geboten: Regen, Nebel, Hagel und ein Unfall. Später, im Süden Deutschlands, stabilisierte sich aber das Wetter und die Sonne ließ uns Zwei erwartungsfroh an die Dolomiten denken.

 

Unser Abfahrtstag war dieses Mal ein Sonntag, wir fuhren wieder mit Anhänger und wieder recht früh um 5:30 Uhr morgens, los. Mit dem Anhänger, der eine 100 km Erlaubnis hat, sind wir dann  mit Geschwindigkeiten zwischen 100 und 120 km/h gefahren und wirklich gut durchgekommen. Es mussten keine LKW´s überholt werden und so legten wir die knapp 900 km, natürlich inkl. Pausen und Tankstopps, bis 16:20 Uhr zurück. Schon waren wir im Hotel Condor in St. Vigilio-Enneberg (Marebbe) und wurden von der gesamten Familie begrüßt. Das war eine herzliche Freude auf beiden Seiten und wir fühlten uns gleich wie Zuhause. Draußen war es sonnig und so warm, so dass wir uns ein Bierchen auf die Terrasse bestellten und mit den einzigen zwei Motorradfahrern, die auch noch angekommen waren, plauschten und tranken. Später dann, weil es Sonntag war, gab´s das Gala-Dinner in fünf Gängen und das passte super, denn wir hatten unterwegs nicht gerade viel gegessen. Das Zimmer, nicht dasselbe wie im letzten Jahr, gefiel uns auf Anhieb ebenso gut und beim Abendessen kam Konrad durch den Speisesaal gefegt und meinte "Morgen fahren wir nicht, aber übermorgen!" Super, da konnten wir uns schon freuen.

Am Morgen des 20.05.13 (Montag) war es erst noch richtig sonnig. Wir starteten etwas später, denn nach der langen Fahrt hatten wir uns den Wecker nicht gestellt und daher war es schon 9:00 Uhr, als wir zum Frühstück kamen. Um 10:30 Uhr dann wollten wir eine kleine Tour machen, zum "Einschwingen", Richtung Taufers. Meggie, die Hotelwirtin meinte dann, es gäbe wohl Regen. Also doch den Tankrucksack mit Regenzeug aus dem Auto gekramt und noch mitgenommen. Tatsächlich fuhren wir dann insgesamt nur 70 km, bevor uns der Regen ins Hotel zurückkehren ließ. Auf der Burg Taufers machten wir eine kleine Pause und wollten diese dann besichtigen, aber am Montag ist geschlossen. Am Dienstag, Freitag und Sonntag ab 13:00 Uhr ist jeweils eine geführte Tour. Die wollten wir gern mal mitmachen und hatten auch noch Gelegenheit dazu. Im Hotel angekommen, haben wir dann Konrads selbst gedrehten Film über seine Reise zur "Route 66" in den USA geschaut. Der ist richtig gut geworden. Im April 2013 war er mit seinem Freund dort. Allerdings sagt er: "Wenn man die Dolomiten gewohnt ist, ist die Route 66 echt langweilig. Im Großen und Ganzen war´s toll, aber hier zu fahren, ist einfach interessanter!" Seltene Worte eines Harley-Fahrers.

Dienstag, 21.05.13.

Gestern Abend saßen drei neue Biker im Speisesaal: Unser Walter aus St. Gallen, diesmal ohne seinen Bruder, dann ein Valentin mit Frau aus der Schweiz (Luzern) und Fritz aus Kempten, 76jähriger Motorradfahrer, der wirklich alle Ecken und Kurven kannte. Mit diesen Herrschaften und natürlich mit Konrad absolvierten wir die erste Tour in diesem Urlaub. So wie sie im Grunde gefahren wird, ging es - aufgrund des Wetters - leider nicht. Der Staller Sattel war geschlossen. Also sind wir "unten herum" über den Furkelpass - Dibbiaco Toblach - San Cadido Innichen - Kartitscher Sattel - durch das Lesachtal - nach Kötschach  - über den Gailbergsattel - Richtung Lienz - dann abgebogen auf die wunderschöne Pustertaler Höhenstraße bis Heinfels - von dort geradewegs Richtung Bruneck (weil es zu regnen anfing) - über St. Lorenzen - Zwischenwasser - zurück zum Hotel nach St. Vigil = ca. 240 km.

Obwohl wir wenig Pässe mitnehmen konnten, war es - gerade für unsere erste Tour dort - richtig schön. Und Spaß hatten wir auch. Danach die Sauna und das tolle Abendessen waren ein krönender Abschluss.

 

Am Abend fegte Konrad wieder durch den Speisesaal mit den Worten "Morgen kann ich leider nicht, aber übermorgen fahren wir wieder". Sofort bot sich Fritz an, eine Tour am nächsten Tag zu führen. Wir waren allesamt einverstanden (außer Valentin, der sollte mit seiner Frau shoppen fahren) und verabredeten uns für 9:00 Uhr draußen auf dem Parkplatz.

Unsere Fritz-Tour
Unsere Fritz-Tour

Am Mittwoch, 22.05.13 starteten wir zu viert - drei Jungs ein Mädel - zur Fritz-Tour. Das Wetter schien ganz gut zu werden und Fritz führte uns zuerst über den Würzjoch-Pass. Oben war´s doch recht kühl und auch verwaist, so dass wir schnell wieder aufbrachen. Mitten auf dem Passweg hinunter kam uns dann eine Motorradtruppe entgegen, die uns mitteilten, dass es auf dem Weg nicht mehr weiter ginge. Nur noch Schlamm und Geröll - und eine Baustelle. Wir müssten eine "weiße Straße" nehmen. Das machten wir dann, war fast Offroad - viel Schotter, kleine Brücken, Single Track (wie in Schottland). Schön! Das Witzige war, dass es, wenn uns ein Auto entgegenkam, immer ein deutsches Fabrikat war. Und unter BMW, Porsche oder Mercedes lief nix. Vom Würzjoch gings dann weiter durchs Grödnertal bis St. Ulrich. Dann über den Panidersattel bis Kastelruth. Dort gab´s "Middach". Von dort ging es - nein, nicht zur Seiser Alm - sondern in Richtung Tierser Tal über den Nigerpass, dann den Karerpass nach Canazei. Dann über dass Sellajoch (da wurde es dann wolkig und kühl), Grödnerjoch, Corvara - Hotel Condor. Für sein Alter (76) hat Fritz uns wirklich vorzüglich geführt. Nur die Überholmannöver, die er manchmal brachte, brachten MICH ins Schwitzen und Karsten zum Kopfschütteln. Auf dieser Tour legten wir ca. 250 km zurück.

Wir schreiben den Donnerstag, 23.05.13 und heute steigt eine besondere Tour: die Prosecco-Tour! Ca. 300 km werden wir hinter uns bringen und dabei in uns noch unbekannte Regionen vorstoßen. Wir freuen uns! Heute sind wieder zwei Leutchen mehr dabei - allerdings ist der Walter schon wieder nach Hause gefahren. Mitfahren werden der Valentin mit seiner 1400er Intruder, Fritz mit seiner BMW R1200 R, Barbara aus Holland mit ihrer Honda CBF 1000 und ihr Mann, der Dirk (das DÜRK ausgesprochen wird) fährt eine BMW R 1200 RT. Also ist meine die Kleinste unter den Titanen. Macht aber nix: Fahrerfahrung wiegt oft mehr als Hubraum oder PS. Sage ich mal ganz mutig - und muss feststellen, dass mir Konrad beim Mittagessen auch voll zustimmt als er sagt "Deine Maschine ist hier genau die richtige. Was willst Du mit 1300 Kubik, wenn Du Pässe fährst? Brauchst Du nicht. Die großen Boliden, die hier manchmal ankommen - die liegen dann oft an der Seite, weil die Fahrer die Kehren nicht kennen und nicht fahren können." Darum veranstaltet Konrad auch im nächsten Jahr ein spezielles "Dolomiten - Kurven- und Sicherheitstraining". Gefällt uns! Doch jetzt zurück zur Tour. Morgens um 8:30 Uhr starteten wir bei gutem Wetter, das uns auch fast den ganzen Tag über nicht verließ. Ein paar Regentropfen zwischendurch mussten mal sein. Im Prosecco-Tal dann wurde es richtig italienisch warm. Das erste Mal hatten wir das Gefühl, wir sind im Sommer-Urlaub! Die Strecke war einfach klasse und die Veränderung der Bergmassive auch. Das Prosecco-Tal, in dem die Trauben für den gleichnamigen Schaumwein angebaut werden, ist beschaulich und urig. Doch nun seht selbst:

Freitag, 24.05.13. Ruhetag! Schietwetter. Morgens Schneefall (ich glaubte es nicht!) und dann Vorhersage, dass es auf den Pässen eh nicht geht mit den Bikes und unten herum fahren - das hatten wir ja schon und wollten wir momentan nicht. Sicht war auch schlecht, alle Berge im Nebel oder Schneedunst. Also nahmen wir das Auto (wunderbare Alternative) und fuhren nach Bozen. Dort besuchten wir den Markt, schlenderten durch die Innenstadt und besuchten die Kirche. Nichts Spektakuläres, aber dennoch war das Wetter in Bozen um einige Grade wärmer und besser als in St. Vigil. Am Abend war ich trotzdem noch mehr geschafft als nach einer Motorradfahrt. Ich bin Shoppen in der Stadt einfach nicht gewohnt. Kein Shopping-Typ. Das kann ich jetzt ganz klar sagen. Abends im Hotel startete dann um 19:00 Uhr der ladinische Abend mit echten ladinischen Spezialitäten. Da war der Tag denn doch gerettet. Und Konrad stürmte durch den Speisesaal und rief: "Morgen fahren wir wieder. Wohin, weiß ich noch nicht. Das entscheide ich nach Wetterlage." SUPER!

Die Ritten-Tour
Die Ritten-Tour

Am nächsten Morgen (Samstag) war es klar, dass wir die Pässe möglichst meiden sollten. Teilweise wurde von Lawinengefahr gesprochen und teilweise von rutschiger Fahrbahn. Daher unternahmen wir die "Ritten-Tour" - mit der Option zum schnellen Wechsel der Richtung oder des Zurückfahrens auf demselben Weg. Ist nun mal so bei Schnee. Trotzdem oder gerade deswegen sind wir richtig tolle "weiße Straßen" gefahren. Wir haben die Erdpyramiden gesehen, Barbara hat ihr Motorrad weggeworfen, aber blitzschnell reagiert und wir hatten trotzdem 290 km auf dem Tacho am Nachmittag, als wir wiederkamen. Und dann hat Meggie die Rosen abgedeckt, weil es "in der Nacht Frost haben soll".

 

An diesem Sonntag, den 26.05.13 fuhren wir wieder 300 km, und zwar dieses Mal in einer recht großen Gruppe. Heike (Cagiva 900) und Silvia (ER6N) waren dazu gekommen sowie Phillip (ER6N9 mit Papa (Z1000SX) und Michael (KTM 690) und sein Freund mit (Ducati Multi Strada). Da am Samstag sehr viele Motorradfahrer und auch Radfahrer auf den Pässen unterwegs sind und er lieber Strecken zeigt, die die Touristen nicht von selbst befahren, lockte er uns wieder Richtung Österreich. Die Schnellen durften dann einige Kilometer vorfahren und man traf sich dann an besprochener Stelle wieder. So hatte jeder etwas davon. Die Fahrt machte mir etwas zu schaffen, da es sehr oft auf Bundesstraßen schnell geradeaus ging und ich leider recht frostanfällig bin. Außerdem hat mein Bike ja keine Scheibe oder Verkleidung. Das merke ich dann auch. Die erste Hälfte war zumindest total klasse und Spaß hatten wir sowieso. Dann zurück über den Staller Sattel, der in Schneebergen verborgen zu finden war und seine Passstraße schön mit Splitt bestreut zu befahren war. Als wir endlich unten angekommen waren, meinte Barbara, sie sei total und überall nass geschwitzt. Sowas würde sie nie wieder fahren! Da es dann doch noch recht frostig war, kamen uns noch zwei Saunagänge ganz gelegen.

Unsere Tour: Vom Gailbergsattel nach Oberdraubing - über Greifenburg (Bundesstraße 100) und über Reißeck nach Obersellach, durchs Mölltal nach Lienz. Dann durch das Defereggental zum Staller Sattel, durch das Antholzer Tal nach St. Lorenzen - Bruneck - durchs Gadertal nach Zwischenwasser - St. Vigil.

Die Pässe-Tour mit Karsten
Die Pässe-Tour mit Karsten

Am Montag, den 27.05.13 wollten Karsten und ich dann einmal allein los und all die Pässe fahren, die eben die "Touris" fahren. Wenn wir schon mal da sind, wollen wir auch die Sachen sehen, nach denen wir natürlich gefragt werden: Sella-Ronde, Passo Giau usw. Es war eine schöne Tour, allerdings muss ich sagen: auf dem Giau wurde mir doch etwas anders: keine Gäste, die Giro d`Italia wurde dorthin ebenfalls abgesagt wegen starken Schneefalls (die Fahrer sollten zwei Tage vorher den Pass passieren) und als fast einzige Motorräder zwischen Schneeräumfahrzeugen war schon ein seltsames Gefühl. Im schönen Gasthof: gähnende Leere und ich bestelle einen Glühwein gegen meine frierenden Finger. Mein lieber Petrus! kann man da nur sagen. Ich nutzte dann die Gelegenheit für Fotos in der tollen Hütte. Außerdem könnt Ihr unten (etwas holprig) die Tour ein Stück mitfahren, denn ich hatte die Kamera auf dem Lenker. Die Musik ist zwar noch nicht end-abgemischt, passt aber ganz gut "Leavin´home" von Unternehmen Aufbruch.

Unsere Route: Ferkel(äh)Furkelpass - Stopp am Prager Wildsee - Kreuzbergpass - Passo S. Antonio - Pieve - Passo di Falzarego - San Vigilio = 270 km

Am nächsten Tag (Dienstag, 28.05.13) war das Wetter nicht schlecht, dass wir uns entschlossen, nun die Gelegenheit wahrzunehmen und einmal Richtung Großglockner zu reisen. Vollständig angezogen und mit Rucksäcken bewaffnet setzten wir uns auf unsere "Hobel" und Karsten sauste schon mal los Richtung Tankstelle. Meine Triple sagte nix. Die Anzeige blieb dunkel, aber das Licht brannte noch. Sonst kein Piep. Irgendwann kam Karsten wieder und meinte, weil sie mir nach dem Einparken gestern fast auf die linke Seite gekippt war (ich hatte mich mit meiner Hose im Ständer verheddert und fiel mitsamt dem Bike in Richtung Karstens Tiger, der mich zwar auffing, aber nicht wieder aufrichten konnte, weil er sonst selbst mit Mopped gefallen wäre - wie zwei Domino-Steine halt). Das meldete er unserer Triumph-Werkstatt in der Heimat und dort wurde uns etwas von einem TOT-Schalter berichtet, den es nun wieder zu aktivieren galt. Das machten wir auch. Bis plötzlich das Licht auch noch erlosch. Lange Rede kurzer Sinn: Ich hatte während der Nacht den Zündschalter ganz nach links auf Standlicht gedreht und den Parkplatz zusätzlich beleuchtet. Daher war einfach und schlicht die Batterie leer. Also Batterie anklemmen an Aufladegerät, umziehen und mit dem Auto nach Bruneck zum Stadtbummel fahren, auf dem ich fast ausschließlich herumgenörgelt habe, weil die Geschäfte zur Mittagspause geschlossen waren (von 12:30 Uhr - 15:00 Uhr oder sogar bis 15:30 Uhr !!!) Nachher wurde ich besänftigt, denn wir buchten eine Führung auf der Burg Taufers. Da ging´s mir wieder besser. Als dann abends meine kleine Streety wieder Geräusch von sich gab, freute ich mich auf den nächsten Tag, obwohl für die Region wieder Schlechtwetter angesagt war. Und Konrad musste zu einer Konferenz der Hoteliers.

Am nächsten Morgen (29.05.13) war das Wetter in Hotelnähe miserabel. Es fieselte und nieselte und ließ uns noch einmal unser Auto benutzen, um irgendwo shoppen zu gehen. Und dieses Mal klappte es auf Anhieb. Zuerst einmal kaufte Karsten Wein - Rotwein bei LANZ. Wir fuhren durch Zwischenwasser und da dies eine Wetterscheide ist, staunten wir nicht schlecht: es wurde klarer und die Sonne kam durch. In Brixen angekommen, war es total schönes, warmes Wetter zum Draußen-Sitzen. Trotzdem gingen wir erst weiter shoppen und auch ich war sehr erfolgreich: Tischdecken, Filzhausschuhe, Nudeln und Pasta, drei verschiedene Obstler, Schokolade und dann im Café am Brunnen gab´s ein leckeres italienisches Gelati (Eis). Rundum zufrieden schlenderten wir noch ein wenig durch den Dom und die Kreuzgänge und fuhren dann zum Hotel zurück, wo immer noch mieses Wetter herrschte. Diejenigen, die Motorrad fahren wollten, hatten entweder abgebrochen oder waren gar nicht erst losgefahren, sondern mit dem Auto nach Meran losgezogen. Also hatten wir bike-mäßig nichts verpasst.  

Der letzte Tag unseres Urlaubs! (30.05.13) Konrad  war am Vorabend nach seiner Konferenz mit weißem Hemd durch den Speisesaal gedüst mit den Worten:"Morgen fahren wir - Kalterer See wahrscheinlich - kommt auf´s Wetter an." Das mit dem Wetter kannten wir ja schon. Es waren sehr viele neue Biker gekommen, fast alles BMW-Fahrer. Und zwei ältere Herren aus England. Das Hotel war bis auf das letzte Bett voll belegt. Dementsprechend meldeten sich natürlich viele für die Tour an. Wir wollten am letzten Tag dann auch dabei sein. Pünktlich am Morgen kamen wir angezogen nach unten zum Parkplatz und staunten nicht schlecht: Alles wartete schon an der Ausfahrt. Karstens Mopped war ja noch vollgetankt und ich musste mich nun sputen. Klappte nicht, denn mein Bike sprang wieder nicht an. Regigniert versuchten wir es nochmals mit Schnell-Aufladung, das wäre aber wahrscheinlich nicht gut gegangen, will sagen: von der Tanke wäre ich wohl nicht wieder zurück gekommen. Die lag nämlich nur 700 m entfernt vom Hotel. Shit! Die anderen verabschiedeten sich schon und Konrad meinte: "Wenn Ihr es noch schafft und die Maschine zum Laufen kriegt, dann treffen wir uns auf dem Passo Pordoi." Gut. Wir lassen das Ladegerät etwas dran und ich starte nochmal. Eine halbe Stunde später sind wir auch auf dem Weg. Nach 30 km tankte ich dann endlich und nach weiteren 20 km fing es so dermaßen an zu schneeregnen und kalt zu werden, dass wir uns an einem Hotelparkplatz die Regensachen überzogen. Nun schnell den Pordoi hoch. Schneegstöber machten das Gucken durch´s Visier zur Qual. Irgendwann rief ich ins Funksprechgerät:"Hey, Karsten, würden wir zuhause bei so einem Wetter eigentlich auch fahren?" "Nöööö, wohl nicht" kam es zurück. "Dann umkehren - aber schleunigst!" Wir kehrten um und im Hotel angekommen gab es nur noch Wellness.

Die anderen erzählten abends, dass sie noch nie so gefroren hätten und nur, weil man in der Gruppe war, wäre man "bei der Stange geblieben". Am Kalterer See aber wäre es sehr schön gewesen und auch vom Wetter her sonnig und angenehm. Aber das war nur eine Stunde von sechs Stunden. Wir fanden das schade, aber wir waren beruhigt, dass wir wieder nichts verpasst hatten.

Abfahrtstag - der letzte Tag im kalten Mai. Viele fahren an diesem Tag heim. Wir waren von allen am längsten dort gewesen und hatten uns gut erholt. Nicht zuletzt aufgrund des tollen Essens, der Wellness-Anlage und des schönen Zimmers. Außerdem haben wir mit Konrad und seiner Familie einen guten Kontakt gehabt. Konrad ist fast an jedem Tag mit seinen Gästen gefahren und hat immer den "Radar" ausgefahren gehabt, um die Biker trocken ins Hotel zurück zu bringen. Dafür haben wir keinen Cent extra bezahlt. Er hatte immer supergute Laune und war nie genervt oder stur. Es war und ist immer eine Bereicherung, hinter Konrad und seiner Harley die Dolomiten zu befahren.

 

Wir haben auch gleich unsere Wiederkehr im nächsten Jahr besprochen. Wenn´s geht im Juni, dann ist vielleicht der Schnee weg. Die HOFFNUNG STIRBT ZULETZT!

Der Flyer für das nächste Jahr
Der Flyer für das nächste Jahr

Und im nächsten Jahr beim Sicherheits- und Kurventraining sind wir wohl dabei. Wie sieht´s aus? Hat noch jemand Lust? JE KA MI - jeder kann mitmachen!

Und das wird geboten
Und das wird geboten