Sizilien 2016 -                                 einzig, aber nicht artig

Sardinien im letzten Jahr war klasse, aber nochmal dorthin - zumindest so schnell wieder - wollten wir nicht.

Sizilien als mögliches Urlaubsziel hörte sich vielversprechend an und da wir dort eine Appartementanlage von Hapimag in genau dem Ort hatten, wo Heidrun von 123Motorradreisen ebenfalls mit ihren Bikern unterkam, haben wir wieder bei ihr gebucht, nur nicht mit Hotel. Auch das geht. Und wir haben dann noch verlängert und blieben so 16 Tage und nicht nur 7. Aber unsere Motorräder, die hatten wir nur 7 Tage, denn die guten Stücke mussten mit den anderen wieder zurück.

 

Wir waren also sehr gespannt auf diese Insel, von der uns sehr viel Schönes und auch nicht so Schönes zu Ohren kam - bevor wir dorthin fuhren. Naja, vor allem über die Mafia gab es vorab schlimme Geschichten zu hören und natürlich die immer wiederkehrende Warnung, dass wir nur ja Palermo meiden sollten.

 

Okay, um Sardinien und Sizilien einmal zu vergleichen, hat Sardinien eine Fläche von 24.090 km² und dabei 1.663.859 Einwohner.

Sizilien, die größte italienische Insel, hat eine Fläche von 25.426 km² (also gar nicht soo viel mehr als Sardinien) und dabei 4.960.000 Einwohner. Allein in Palermo leben 1 Mio. Menschen und dorthinein würde ich niemals mit dem Bike oder mit dem Auto fahren!!! (3 Ausrufezeichen). 

Man merkt, dass man als Tourist nicht so sehr beachtet wird wie z. B. auf Mallorca. Ich meine damit nicht die Angestellten der Hotels, die sorgen sich immer um ihre Gäste, aber die Bevölkerung an sich. So kommen über Lampedusa ständig Flüchtlinge auf die Insel und sie werden aufgenommen. Ohne groß darüber zu debattieren. Man lässt sie dort wohnen und, falls möglich, auch arbeiten. Wir würden hier sagen: es schert sich keiner drum. Auch um die Touristen nicht so sehr, es sei denn, sie sichern das tägliche Brot.

 

Nun aber zu uns und dem Urlaub: Was haben wir gelernt? Schon mal vorab: In Zukunft fahren wir nie mehr ohne Speichermöglichkeit für unsere Fotos in ein anderes Land. Hier war es so, dass auf einer Foto-Speicherkarte die Fotos von sechs Tagen nach einem Fehler innerhalb des Chips nicht wiederhergestellt werden konnten und uns diese Fotos leider immer fehlen werden.

 

Dann: Sizilien war mal ein richtiges Motorradparadies, aber da dort die Straßen leider nicht saniert werden (es ist kein Geld dafür da und die Mafia investiert in andere Bauunternehmungen)  und doch häufig Unwetter und auch Erdrutsche passieren (Sizilien hat nun mal einen lebenden Berg), ist das zügige und unbeschwerte Fahren wie auf Sardinien so nicht möglich. Also sollte man vor der doch langen und nicht gerade günstigen Überfahrt schauen, ob man das passende Motorrad bzw. die passende Einstellung zu diesen Straßen hat

 

Als letztes waren mir persönlich die Städte eine Herausforderung. Nicht die Städte an sich, sondern das Fahren in denselben. Waren auf Sardinien schon mal steile, enge Gässchen vorhanden, gibt es auf Sizilien kaum etwas anderes. Mit einem PKW muss man häufig mehrmals zurücksetzen, um die engen Spitzkehren, teilweise auf Kopfsteinpflaster, innerhalb der Städte zu bewältigen. Dabei bin ich mit dem Motorrad ab und an ordentlich ins Schwitzen gekommen. Aber na, geschafft habe ich es trotzdem. Dazu komme ich aber noch. Übrigens ist das z. B. auch ein Problem der Müllabfuhr: die großen Müllcontainer befinden sich häufig in den unteren, breiteren Straßen, da so ein Müllwagen gar nicht weiter hochkommt. Das hat zur Folge, dass sehr viel Müll und Unrat neben den Müllcontainern und auf der Straße liegt. Manchmal sind direkt ganze Straßenzüge vermüllt. So auch unser erster Eindruck auf der ersten Tour vom Flughafen Catania nach Cefalu, wo wir begeistert von der Landschaft und der Natur, aber enttäuscht vom Umgang der Einheimischen mit ihr waren.

 

Von den 7 Motorradtagen waren 3 leider verregnet. Ich zeuge Euch daher so ziemlich alles, was ich habe an Bildern. Im strömenden Regen sind wir nicht lange gefahren. Trotzdem wollte ich Euch diesen Reisebericht nicht vorenthalten, denn Sizilien ist eine WUNDERSCHÖNE Insel und es hat sich auf jeden Fall gelohnt, sie zu besuchen.

So kann´s gehen: Du kommst von oben und willst um die Kurve und findest ein Loch.

Natürlich nicht überall und nicht so übertrieben, aber doch schon häufig ähnlich wie hier.

 

Tour 1 - Von Catania bis Cefalu

Wir kommen morgens gegen 9:00 Uhr in Catania mit dem Flugzeug aus Düsseldorf an. Es wimmelt schon auf dem Flughafengelände von Menschen. Wir werden von einem großen Reisebus abgeholt und unser Gepäck wird eingeladen. Zehn Minuten später sehen wir Karl-Heinz mit seinem großen GÜTRANS-Anhänger auf der linken Seite stehen. Der Bus hält rechts. Bis wir bei dem Verkehr über die Straße zu unseren Motorrädern gelangen braucht es doch etwas Zeit. Zumindest so viel, dass mir der Schweiß schon mal den Rücken herunter rieselt. Ganz schön warm hier im Italienland.

Dann heißt es: Motorradklamotten aus den Taschen und ein freies Plätzchen suchen, anziehen und die Bikes über die Straße schieben/fahren. Das soll mich noch einige Schweißperlen mehr kosten. Die Bikes stehen auf engstem Raum, es ist hyperviel Verkehr. Gut, dass wir die Route schon eingegeben haben. Endlich ist es soweit und wir setzen uns zu Zweit in Bewegung: Richtung (Etna).

Wir nehmen einen kleinen Imbiss oben auf dem Berg und sehen, wie die großen Busse kommen und die Leute zum Krater wandern, um dort entlang zu laufen. Oder mit der Seilbahn ganz hinauf fahren. Ein großer Touristenmagnet ist das hier. Wir schauen, dass wir weiterkommen, denn wir haben noch einige Kilometer auf den Reifen.

Dann kommt die erste Stadt und ich merke, wie sich mir die Nackenhaare aufstellen: Du fährst in gefühltem 20% - Gefälle, holprig und eng, auf ein Stoppschild zu. Alle Straßen sind gewundene, enge Würmer, nur darauf ausgelegt, Dich zu Fall zu bringen (in meinem Kopf entsteht dieses Bild). Wir legen dann noch 30 km auf der Autobahn zurück, da es sich so hinzieht, dass wir denken, wir kommen nicht mehr rechtzeitig ins Hotel. Den Rest fahren wir dann auf der Küstenstraße ganz locker bis nach Cefalu. Dort angekommen, treffen wir einige der anderen. Viele sind noch gar nicht da. Wir bestellen uns ein Taxi, Karsten fährt mit dem Motorrad hinterher und ich bewache das Gepäck. Wir sind nämlich woanders untergebracht als die restliche Gruppe.

Ein paar Eindrücke von Cefalu

2. Tag - Tour ins Landesinnere - Richtung Süden

So, am ersten Tag unseres Aufenthaltes schlafen wir lange, dann überlegen wir, wohin wir fahren und bringen eine Tour auf´s Navi, die wir gut schaffen können. Es ist fast 12:00 Uhr, da holen wir endlich mein Motorrad vom Hof des Hotel Kalura ab. Die anderen sind natürlich schon längst unterwegs, das stört uns aber nicht. Wir fahren los und sind begeistert von der Landschaft und - vor allem - von den Bergen. Dann merken wir, dass wir auf einer Rallye-Piste sind, denn es fahren Autos (so typisch tiefergelegt mit Überrollbügeln und Frau auf Beifahrersitz mit Zettel in der Hand und Fenster auf) an uns vorbei. Dann merken wir: die Strecke ist gleich da vorne gesperrt. Da steht nämlich ein grinsender Gigolo und .... winkt uns durch! Wir dürfen mitmachen. Na, prima.

Ich zeige von diesem Tag extra viele Fotos, da der erste Tag straßenmäßig der beste und - weil neu auf der Insel - der begeisterndste war. Nun geht es weiter in die Berge ins Landesinnere nach Roccapalumba. Dort wollen wir nämlich unsere Mittagspause machen.

Wir haben eine imposante Mittagspause. Von außen sieht das Restaurant eher spelunkenmäßig aus. Als der Wirt dann mein Motorrad auffängt, weil ich den Lenker auf einer schrägen Parkebene zu arg eingeschlagen hatte, gehen wir mit hinein und ich habe ein mulmiges Gefühl, so als ob da gleich die Mafiabosse beim Poker sitzen. Und bin voll überrascht: Da drin ist es sowas von chic und nobel, dass mir der Mund offen stehen bleibt. Da wir recht spät dran sind, wählen wir das Tagesgericht: Pasta (Penne) mit gerösteten Auberginen, getrockneten, heißen Tomaten und Ricotta-Käse geraspelt, nicht im Stück und auch nicht streichfähig. Kennen wir hier nicht, gibt es aber. Dann zwei große Gläser alkoholfreies Weizen, zwei Wasser und ein Dessert: Tiramisu. Für alles zusammen sind wir mit 28 Euro dabei. Wir trauen unseren Augen nicht. Zahlen und gehen / fahren weiter unsere Tour, die nun durch einen Schlenker in ein wiesenreichere Gegend führt.

 

Nun machen wir uns langsam wieder auf den Rückweg nach Cefalu. Es ist spätnachmittag und wir merken den Klimawechsel und sind noch müde vom Hinflug, denn wir mussten um 2:30 Uhr von zuhause los nach Düsseldorf. Also rauf auf die Tiger und dem Ruf des Navis gefolgt.

3. Tag - Tour in die Madonie

Heute ist das Wetter wieder grandios. In unseren Motorrad-

klamotten schwitzen wir auf dem Weg zu den Bikes schon so

 sehr, dass ich am liebsten wieder kehrt gemacht hätte.

Es verschlägt uns in die Madonie: ein einzigartiges Naturschutzge-

biet, in dem man wandern, biken und vor allem der Sonne entfliehen kann. Reiten geht auch. Und im Winter sogar das Skifahren. Von 3.000 unterschiedlichen Pflanzen auf Sizilien findet man in der Madonie allein um die 2500.

Einzigartig in Europa ist, dass hier noch Manna gewonnen und verarbeitet wird. Daraus werden Hautpflegeprodukte und Naturmedizin hergestellt, die man in Castelbuono kaufen kann. Es hat nichts mit dem Manna aus der Bibel zu tun und der Speisung der 10.000. Es ist eine Art Harz aus der Manna-Esche, das für medizinische Zwecke geeignet ist.

 

Eine Sensation hier war früher das Bergrennen TARGA FLORIO (zw. 1906 und 1977). Es fand jährlich statt. Immer im Mai. 150 km auf teils unbefestigten Straßen in einem Rundkurs. Start und Ziel war Buonfornello. Während des Rennens wurden die Tiere und Kinder weggesperrt und die Häuser verschlossen. Immer wieder geschahen Unfälle mit tödlichem Ausgang. Portsche lieh sich das Wort "TARGA" dann für eine Bauart seiner Wagen aus.

Wir fahren über Polizzi Generosa, Petralia Soprana und kommen nach Gangi. Zwischendurch werden die Kurven zwar schöner und die Besiedlung dünner, aber die Straßen!! Leute, das war nicht spaßig. Ich war mal wieder sehr froh, dass wir über Funk miteinander sprechen konnten, denn Karsten warnte mich vor jedem größeren Schlagloch. Und das geschah oft.

 

Wir beobachten eine Wandergruppe und ich hätte auch Lust, da hochzustiefeln. Aber das machen wir ja in der nächsten Woche. Dann fahren wir gen Nicosia und gönnen uns einen Capuccino-Stopp in einem nahe gelegenen Dörfchen. In die Städte fahre ich - soweit ich nicht dadurch muss - möglichst nicht mehr. Ich glaube, wir halten in Mistretta, aber ganz genau weiß ich den Namen des kleinen Örtchens nicht mehr.

Wir fahren noch ein paar Kilometer und treffen dann auf eine größere Motorradgruppe. Sie kommt uns entgegen. Wir möchten nach Sperlinga, denn der eher kleine Ort (1.000 Einw.) beherbergt eine Normannenfestung. Sie ist die Krönung des Dorfbildes und stammt aus dem 11. Jahrhundert. Die Säle der Burg wurden in den Granit geschlagen. Wir möchten sie besuchen, jedoch ist dort ein Einsturz gewesen im vergangenen Winter und somit ist sie momentan für Besucher nicht mehr zugänglich. Passt ein wenig zu den Straßen und unserer Rückfahrt, die wirklich ein wenig mühselig vonstatten geht. Heute gönnen wir uns zum Abendessen eine große Pizza und einen noch größeren Rotwein.

Die Fortezza Sperlinga
Die Fortezza Sperlinga

In den folgenden drei Tagen nun regnete es. Nicht unaufhörlich, aber schon so, dass wir am 1. Mai nicht mit den Motorrädern fahren, weil es erst mittags einigermaßen trocken wird und immer wieder anfängt zu nieseln. Am 2. und 3. Mai fahren wir zwar, aber mit Regenklamotten und ohne zu fotografieren. Das lohnte sich auch nicht, denn:

Immer wieder mussten wir Umleitungen fahren, da Bäume umgestürzt und Straßen offiziell gesperrt waren. Man sprach von einem nächtlichen Unwetter. Auf unserer Terrasse war zwar auch eine kleine Verwüstung zu verzeichnen gewesen und überall lag roter Sandstaub wie aus der Wüste Afrikas, aber dass es auf der restlichen Insel so schlimm gewesen war, hätten wir nicht gedacht.

Nun fuhren wir am letzten Tag so viel Umwege und durften dann auch eine Brücke nicht benutzen, dass wir die Lust verloren und ins Hotel zurückkehrten. Vielleicht hätten wir es zur anderen Seite (in den Südwesten) versuchen oder mit Heidrun mitfahren sollen, die täglich ihre 300 km abspulte. Die Gruppe hatte zwar auch Regenschauer, aber sie sind irgendwie immer durchgekommen und haben etwas mehr als wir gesehen. Für´s nächste Mal wissen wir Bescheid.

 

Am 4. Mai geht es zurück nach Catania und für die anderen auch nach Hause. Ich habe noch ein einziges Foto von diesem Tag, alle späteren - bis zum Neukauf einer Speicherkarte, die am 9. Mai wieder eingesetzt wurde, sind dahin. Sehr schade, aber nicht zu ändern.

Pause auf dem Rückweg nach Catania
Pause auf dem Rückweg nach Catania

Für alle diejenigen, die gern noch weitere Fotos von der LANDSCHAFT Siziliens sehen möchten, habe ich eine Auswahl von den Wandertouren ab dem 09.05.16 (da hatten wir eine neue Speicherkarte gekauft) hier einmal eingestellt. Ich finde schon, dass es sich lohnt, einmal reinzuschauen. Ich habe sie nach Tagen geordnet und ein paar Infos dazu geschrieben, damit Ihr wisst, wo die Aufnahmen gemacht wurden.

Viel Spaß dabei.

Heute, am 10.05.16 fahren wir ganz auf die andere Seite der Insel unterhalb von Raffadali (Siculiana Marina) zu den Gipsklippen von Torre Salsa. Die Wanderung ist leicht, aber die Aussichten und dieses ganz andere Naturschauspiel hier ist die lange Fahrt wert. Dieser Küstenabschnitt zählt zu einer der letzten unberührten am Mar d`Africa und steht unter dem Schutz vom Word Wildlife Fund Sicilia. 

 

Nun noch ein wenig Kultur: PALERMO. Nein, keine Angst, dahin sind wir nicht mit dem Auto gefahren. Ich glaube, da wären wir immer noch unterwegs.... So ein Gewusel habe ich zuletzt in Catania erlebt, wobei man das in Palermo hoch 5 nehmen kann. Wir hatten eine Stadtbesichtigung gebucht und wurden sehr gut mit einem Bus dorthin gefahren. Unterwegs erhielten wir schon einiges an Informationen über Palermo und waren natürlich neugierig.

Zuerst ging es zum Palazzo Reale (Palazzo dei Normanni) = Normannenpalast. Dort besuchten wir die Capella Palatina. Sie ist - wie wenige Gebäude in Palermo - ein Überbleibsel aus der Normannenzeit unter Roger II. Interessant ist hier, dass islamische wie christliche Einflüsse zu finden sind. Szenen aus dem Neuen und Alten Testament sind ebenso vorhanden wie Kapital aus dem Koran. Persische und arabische Einflüsse wurden ebenfalls zugelassen und so präsentiert sich hier eine  Weltoffenheit und Toleranz, die heute in unserer Gegenwart ihresgleichen sucht.

Nach unserem Besuch der Kappelle gehen wir durch den angrenzenden Park in ein Viertel der Stadt, in dem die normale und ärmere Bevölkerung zuhause ist. Wir lernen auch ein wenig über den Status von Beförderungsmitteln...

Als wir die Stadt erreichen, gibt es unendlich viele Eindrücke, die mir in erster Linie eines klarmachten: Wir Deutschen stöhnen auf ganz hohem Niveau. Wenn man sieht, wie diese Menschen hier hausen und womit sie sich zufrieden geben müssen, wären diese Zustände für uns ein No-Go.

Unsere Leiterin des Ausflugs führt uns zu einem Platz, den die ärmere Schicht aus Palermo zu "ihrem Platz" gekürt hat. Sie treffen sich dort und versuchen, mit kleinsten und billigsten Mitteln, eine Art Forum zu schaffen, um zusammen Fußball zu gucken, Musik zu hören, sich zu unterhalten und auch zu feiern. Die Auflage ist, dass der Platz auch von allen sauber gehalten werden muss.

Wir werden weiter chauffiert, besuchen einen tollen Markt, auf dem wir Gewürze, Pistazien und Gemüse kaufen. Dann, nach einem Cappuccino, fahren wir in die Haupt-Stadt, also in die City. Dahin, wo es Geschäfte gibt. Die gibt es aber nicht mehr so wie vor dem Flüchtlingsstrom. Viele asiatische Verkäufer von kleinen Läden bieten Kitsch und vor allem Handys an. Da ist die Spengerlergasse mit ihrer Handwerkskunst schon was Erfrischendes. Wir essen zu Mittag und werden dann zum Dom von Palermo gefahren.

Zuletzt fahren wir über enge Serpentinen und Kehren hoch zur Grotte der heiligen Rosalia. Ihre Geschichte ist nur durch Legenden überliefert. Demnach war sie Einsiedlerin und lebte in einer Höhle auf dem Monte Pellegrino, der in der Nähe der sizilianischen Hauptstadt Palermo liegt. Vermutlich war sie Basilianernonne und als Tochter des Grafen Sinibaldi, eines einflussreichen sizilianischen Edelmanns, zur Welt gekommen. Nachdem sie in ihrer Höhle gestorben war, wurde sie dort von Christen begraben und jahrhundertelang vergessen. Später, als man ihre Gebeine im Jahr 1624 wiederfand, wurden diese herunter  in den Dom zu Palermo geschafft. Eine Pest, die gerade in der Stadt wütete, kam genau zu diesem Zeitpunkt zum Stillstand. Seit diesem Ereignis gibt es einen Gedenktag der Patronin gegen die Pest und das ist der 15. Juli.

Am nächsten Tag packten wir unsere Sachen und besuchten noch einmal Cefalu, die schöne Stadt, in deren Nähe wir 16 Tage verbracht hatten. Sizilien ist für uns nicht gerade ein Motorradparadies, aber wenn es sich ermöglichen lässt, möchten wir dieser wunderschönen Insel noch einmal eine Chance geben. Nicht in den nächsten drei Jahren, aber dann ... darüber lässt sich nachdenken.