Wenn ein Stein ins Rollen kommt...war vorher etwas da: Die Vision!

Kleine Diashow über den Weg einer Wiedereinsteigerin und dessen Auswirkungen


 

Nun zur Entscheidung, überhaupt (wieder) Motorrad zu fahren

 

Mein Motto hierzu lautet:

Wo ein Wille ist ist auch ein Weg.

 

Viele Wiedereinsteiger, besonders Frauen, scheitern schon an ihren Männern, denn diese wollen für ihre Liebste das Motorrad aussuchen und auch den Helm und die Kleidung. Ich habe einen Hein-Gericke-Shop geführt und weiß, wovon ich schreibe.

 

"Für Dich wäre so eine zuverlässige ..... das Beste, die hat auch nicht so viel PS und Du sitzt bequem"

 

"Schau doch mal, Du fährst ja nicht viel, höchstens mal am Wochenende mit mir, da brauchst Du keinen Fiberglashelm, da reicht hier so ein...... der ist nicht schlecht und sieht doch toll aus - fährst ja keine Rennstrecken". 

 

"Im Regen fahren wir ja nicht, da brauchst Du keine Gore-Tex-Hose, das Geld kannst Du sparen. Kauf Dir eine bequeme Textilhose, dann ärgerst Du Dich auch nicht über das Geld, wenn Du wenig fährst".

 

Liebe Motorradfreundinnen, tut mir einen Gefallen und entscheidet das ganz alleine, nachdem Ihr jemanden Neutralen gefragt habt oder lasst Euren Gefühlen freien Lauf. Es ist ein Hobby und ja: es kostet Geld, aber:  habt Ihr schon einmal jemanden gefragt, warum er sich ein teures Nitro- oder Burton-Snowboard kauft, wenn er nur die Möglichkeit hat, eine Woche im Jahr damit zu fahren? Oder frage ich in Bünde einen jungen Mann, der sich ein 2500-Euro-Mountainbike anschafft, wo denn bei uns dafür die Berge sind? ALSO! Soviel dazu.

 

Nun hast Du Dich entschieden, wieder zu fahren, da scheitert es genau daran: am Fahren

 

Das kenne ich nur zu gut. Dieser hämmernde Herzschlag beim Aufsteigen, diese feuchten Hände in den Handschuhen, diese Verkrampfung, wenn die Straße nicht gerade und glatt ist, wenn der Grip fehlt oder es regnet. Dann die Kurven, die sich zuziehen, das Aussetzen des Verstandes, wenn sich bei der Gaswegnahme die ganze Maschine unter Dir aufrichtet und Du nicht weißt, ob Du heile bleibst.

 

Ich hatte das Glück, dass ich einen tollen Lehrer in meinem Mann gefunden habe, der mir wirklich viel gezeigt und erklärt hat. Er ist auch oft hinter mir her gefahren (was mir anfangs unangenehm war) und hat mir in den Pausen erläutert, was ihm an meiner Fahrweise auffällt und an meinen Reaktionen nicht stimmig ist. Natürlich ist das Kritik, natürlich war die meistens nicht positiv, aber da kommt dann diese Schwelle, die kennt jeder:

Aufgeben oder Augen zu (besser nicht) und durch, also: weiter machen, verbessern, lernen, Erfolg sehen, wieder lernen, üben, üben, üben, weiteren Erfolg sehen und irgendwann ist es soweit: Du hast den absoluten Spaß dran, Du fährst JEDE Strecke und es ist Dir total egal, wer hinter Dir oder vor Dir herfährt.

 

DANN HAST DU ES GESCHAFFT.

 

Doch bis dahin, das gebe ich zu, fließt manche Träne, willst Du das Bike hundert Mal verbrennen oder nie wieder fahren oder alle Motorradfahrer verdammen, weil sie besser fahren als Du.

 

Meine Empfehlung sind Sicherheits- und Fahrtrainings. Ob beim ADAC oder vielleicht extern, ich besuche in jedem Jahr mindestens zwei

solcher Trainings. Der Rest ist Fahren, Fahren, Fahren und Dich an das erinnern, was Du gelernt hast.

Oder aber Du fragst bei einem guten Motorrad-Fahrlehrer (so einer, der auch selbst mitfährt), ob er Dir Auffrisch-Stunden gibt. Das hilft ganz enorm und vielleicht verkraftest Du die Kritik von einem solchen Menschen vom Fach besser als die von Deinem eigenen Mann. Und dann musst Du folgendes machen: fahren, fahren, fahren.

 

 

In diesem Sinne wünsche ich allen Einsteigern, Wiedereinsteigern und solche, die sich als "alte Hasen" bezeichnen den größtmöglichen Spaß am Fahren, am Gefühl der Freiheit, am Schmecken und Riechen der Straßen, Pflanzen und Fliegen und am Betrachten dieses wunderbaren Planeten Erde, auch wenn es nur durch ein Visier ist.